Nach geplatzter Fusion berät Dortmunder Konzern über neue Konzepte
Brau und Brunnen will raus aus den roten Zahlen

dpa DORTMUND. Nach der geplatzten Fusion mit der Bayerischen Brau-Holding will der Getränkekonzern Brau und Brunnen in einer außerordentlichen Aufsichtsratssitzung Wege aus den roten Zahlen suchen. "Wir haben Konzepte vorbereitet, falls es nicht zu der Fusion kommen wird, und die müssen nun im Aufsichtsrat verabschiedet werden", sagte Brau-und-Brunnen-Sprecher Klaus Haller am Dienstag in Dortmund. Die Sitzung soll möglicherweise noch in dieser Woche stattfinden.

Beide Konzerne wollten durch die Fusion einen Branchenriesen mit rund zwölf Mill. Hektolitern Bierabsatz schmieden. Brau und Brunnen und die Bayerische BrauHolding hatten sich bei ihren Verhandlungen allerdings nicht auf eine Bewertung der beiden Konzerne einigen können.

Die Standorte des angeschlagenen Konzerns sollen möglichst erhalten bleiben. Sie müssten aber auf ihre Wirtschaftlichkeit überprüft werden, sagte Haller. "Wir können die Absatzverluste im Bierbereich auf Dauer nicht hinnehmen", sagte der Sprecher. Das Geschäftsfeld Bier ist das "Sorgenkind" der Dortmunder. Wegen des rückläufigen Absatzes wird auch im Geschäftsjahr 2000 mit roten Zahlen gerechnet. Die Halbjahreszahlen hatten einen Verlust im Konzern von 18 Mill. DM ausgewiesen.

Spekulationen um eine Zerschlagung des Unternehmens wies der Sprecher zurück. "Diese Gerüchte gibt es schon lange und wir halten auch immer dagegen. Auch die HypoVereinsbank will keine Zerschlagung", sagte Haller. Die Bank ist bei den Dortmundern Mehrheitsaktionär. Der Vorstandsvorsitzende Rainer Verstynen wird nach der gescheiterten Fusion weiter im Konzern verbleiben. "Das ist eine plausible Annahme, da er angekündigt hatte, nach einer Fusion nicht mehr zur Verfügung zu stehen", sagte Haller.

Nach dem geplatzten Zusammenschluss fand am Dienstag bereits ein personeller Wechsel statt. Jörg Aldenkott, Geschäftsführer für Marketing und Vertrieb bei der zum Brau-und-Brunnen-Konzern gehörenden Union Ritter Brauerei verlässt das Unternehmen wegen unterschiedlicher Auffassungen zur künftigen Geschäftspolitik.

Die Nachfolge Aldenkotts übernehmen Rainer Stranz, bisher zentraler Vertriebskoordinator in der Zentrale von Brau und Brunnen, sowie Heinz Hoffmann, bisher Geschäftsführer für Technik, Produktion und Verwaltung bei der Union Ritter Brauerei.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%