Nach gescheiterter Fusion Dreiergruppe mit Italien und Spanien im Gespräch
Neue Spekulationen über Südeuropa-Bankendeal

Das Scheitern der Gespräche zwischen Dresdner Bank und Commerzbank bringt die Gruppe südeuropäischer Institute wieder ins Spiel, die bereits vor Wochen eine Übernahme der Commerzbank erwogen hatte. Investmentbanker gehen davon aus, dass die zwischenzeitlich gestoppten Gespräche innerhalb der Gruppe in den nächsten Wochen wieder aufgenommen werden.

rob/lip FRANKFURT/HAMBURG. Die europäischen "Wahlverwandten" des "gelben" Instituts - Generali und Banca Intesa aus Italien sowie der Banco Santander Central Hispano (BSCH) aus Spanien - hatten an einem Plan gearbeitet, das deutsche Familienmitglied zu schlucken und anschließend unter sich aufzuteilen. Eine offizielle Bestätigung für diese Pläne gab es allerdings nie. Die Commerzbank hatte ein derartiges Ansinnen vehement bestritten.

Nach Informationen des Handelsblatts waren die Gespräche gestoppt worden, nachdem die südeuropäische Gruppe nicht in Konkurrenz mit der Dresdner Bank treten wollte. Außerdem habe sich keiner aus dem Kreis dazu entschlossen, die Führungsrolle bei einer solchen Transaktion zu übernehmen.

Klar scheint bisher, dass jedes der drei Institute nicht an der Commerzbank als Ganzes, sondern nur an Teilbereichen interessiert ist. Generali hat offensichtlich ein Auge auf die Fondsgesellschaften Adig und Jupiter geworfen. Für Intesa wären wohl die Aktivitäten der Commerzbank im Investment Banking am attraktivsten. Die Perle im Portfolio der Commerzbank, der Directbroker Comdirekt, soll offenbar an BSCH gehen.

Für Hansgeorg Hofmann, Geschäftsführer der Düsseldorfer Cobra Beteiligungsgesellschaft, erscheint eine paneuropäische Lösung für die Commerzbank wahrscheinlicher denn je. Der Grund: Für die Dresdner Bank komme jetzt nur noch eine feindliche Übernahme der Commerzbank in Frage, wenn das Frankfurter Institut zum Zuge kommen will. Davon geht der Cobra-Geschäftsführer allerdings nicht aus, da der Dresdner Bank-Großaktionär Allianz dies nicht befürworten dürfte.

Der ehemalige stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Dresdner Bank betonte erneut, dass sich im europäischen Umfeld seit längerem mehrere Kreditinstitute für einen Erwerb der Commerzbank interessieren. Namen nannte er hingegen nicht. Die Cobra hat nach seinen Angaben inzwischen beim Berliner Verwaltungsgericht einen Eilantrag gegen den Bescheid des Bundesamts für Kreditwesen (BAKred) eingereicht. Die Bankenaufsicht hatte der Cobra untersagt, ihre Stimmenanteile auf einer Hauptversammlung der Commerzbank auszuüben.



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