Nach Gewinnmitnahmen zum Handelsauftakt
Deutsche Aktien profitieren von Wall Street

Höher tendierende US-Börsen sowie ein deutlicher Anstieg bei den Aktien von Daimler-Chrysler und Volkswagen haben die Abwärtstendenz bei den deutschen Standardwerten am Freitag gestoppt und den Dax im Plus schließen lassen. "Die US-Börsen ziehen an, da läuft der Markt hier hinterher", kommentierte ein Händler den Kursverlauf.

Reuters FRANKFURT. Der Dax beendete den Handel um 0,52 % höher bei 5150 Punkten, nachdem er über weite Strecken des Tages rund ein Prozent im Minus gelegen hatte. Im Vergleich zum Schlussstand vom vorigen Freitag hat der Dax um rund 1,7 % zugelegt. Händler hatten im frühen Verlauf vor allem Gewinnmitnahmen für die schwächere Tendenz verantwortlich gemacht. Zulegen konnten auch die Aktien der Lufthansa . Im Abwind lagen dagegen Finanzwerte und die T-Aktie.

In den USA hatte der Dow Jones-Index den verkürzten Handelstag mit einem Plus von 1,27 % auf 9959 Punkte beendet. Der Nasdaq Composite-Index gewann um 1,5 % auf 1903 Punkte. Beide Indizes hatten den Handel zunächst nur behauptet eröffnet. In New York hatten die Märkte am Freitag drei Stunden früher als üblich um 13.00 Uhr Ortszeit (19.00 Uhr MEZ) geschlossen. Am Vortag war die US-Börse an der Wall Street auf Grund des Thanksgiving-Feiertags geschlossen geblieben.

Im Mittelpunkt des Handels am deutschen Aktienmarkt standen im späten Handel die Aktien von Daimler-Chrysler , die die Liste der Kursgewinner im Dax mit einem Plus von mehr als sechs Prozent auf 49,70 Euro anführten. Georg Stürzer, Analyst bei der HypoVereinsbank in München, sagte: "Die Aktie liegt gut im Markt, es gibt momentan auch einen gewissen Trend hin zu Zyklikern. Daimler ist stark auf Nordamerika konzentriert und ich denke, man hofft jetzt auf eine Konjunkturerholung in den USA, und davon würde der Wert profitieren." Ein anderer Börsianer sagte, eine Investmentbank habe die Daimler-Chrysler Aktie hochgestuft, was ebenfalls für Kursauftrieb sorge.

Die Titel von VW kletterten um mehr als drei Prozent auf 52,70 Euro. Der Aufsichtsrat des Konzerns hatte erwartungsgemäß die neue Konzernstruktur und das Investitionsvolumen für die kommenden fünf Jahren verabschiedet. Demnach investiert Europas größter Automobilhersteller im Zeitraum 2002 bis 2006 rund 31 Mrd. Euro, vor allem in die Erweiterung und Modernisierung der Produktpalette.

Die Lufthansa-Aktie legte um rund 2,5 % auf 15,39 Euro zu. Die Fluglinie hatte am Vormittag mitgeteilt, bei der Europäischen Kommission Beschwerde gegen die geplante Bürgschaft des Landes Nordrhein-Westfalen für die angeschlagene Fluggesellschaft LTU eingereicht zu haben.

Auf der Verliererseite standen neben Finanzwerten die Titel der Telekom , mit einem Abschlag von 0,46 % auf 19,38 Euro. Händler führten die Kursverluste unter anderem auf Gewinnmitnahmen zurück. Als psychologischer Faktor laste auch das Auslaufen der letzten Sperrfrist für ehemalige Voicestream-Aktionäre für den Verkauf von T-Aktien Ende des Monats auf dem Wert. Die Telekom hatte im Frühjahr die Übernahme des US-Mobilfunkunternehmen Voicestream zum Teil mit Aktien bezahlt, wobei diese Aktien unterschiedlichen Haltefristen unterlagen.

Zusätzlich sei im Technologiebereich nach dem starken Kursanstieg der vergangenen zwei Monate mit einer stärkeren Konsolidierung zu rechnen, sagte der Händler weiter. Die Epcos -Aktie schloss nach einem deutlich niedrigeren Verlauf nur noch 0,3 % im Minus. Die Aktien von SAP drehten ins Plus und lagen bei Handelsende um 0,23 % höher. Deutlichste Verlierer waren aber die Titel der Münchener Rück und der Deutschen Bank mit Kursverlusten von 1,57 und 1,27 %.

Der M-Dax-Index für die mittelgroße Werte schloss mit 0,38 % im Plus bei 4316 Punkten.

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