Nach Goldman-Urteil
Spekulationen belasten Deutsche-Bank-Kurs

Die Aktie der Deutschen Bank ist am Freitag Händlern zufolge wegen Spekulationen um eine mögliche Prognosereduzierung auf den tiefsten Stand seit vier Jahren gefallen.

Reuters FRANKFURT. In der Spitze gaben die Anteilsscheine von Deutschlands größter Geschäftsbank um mehr als sechs Prozent auf 42,26 Euro nach - den tiefsten Stand seit Oktober 1998. Die dramatischen Kursverluste drückten auch die Papiere der Konkurrenten Commerzbank und HypoVereinsbank, die um mehr als fünf beziehungsweise knapp vier Prozent fielen.

"Es gibt Gerüchte am Markt, dass die Deutsche vielleicht eine Gewinnwarnung aussprechen muss, und deswegen fällt die Aktie so stark", sagte ein Chef-Aktienhändler einer großen deutschen Bank. Die Deutsche Bank wollte die Marktgerüchte nicht kommentieren.

Händlern zufolge sind die Spekulationen eine Reaktion auf die Herunterstufung der Deutschen-Bank-Aktie durch das US-Investmenthaus Goldman Sachs vom Donnerstag. Goldman mache einen solchen Schritt nicht, ohne genaue Kenntnisse der aktuellen Unternehmenssituation zu haben, hieß es am Markt. Die Goldman-Analystin Susan Leadem hatte ihr Rating für die Deutsche Bank wegen Risiken um Unternehmenskredite auf "Market Perform" von "Market Outperform" gesenkt.

"Das dritte Quartal ist im Investmentbanking allgemein sehr schlecht gelaufen", sagte Analyst Metehan Sen von Sal. Oppenheim zur Lage der Branche. "Die eingeleiteten Sparmaßnahmen bringen nicht ausreichend Entspannung, um die wegbrechenden Erträge auszugleichen." Der Druck auf die Deutsche Bank bleibe daher hoch. Am Mittwoch hatte bereits die Investmentbank Credit Suisse First Boston angekündigt, im dritten Quartal einen Verlust zu verbuchen. In den USA hatte zudem JP Morgan vor einigen Wochen die Prognosen reduziert. Sal. Oppenheim hatte vor zwei Wochen den europäischen Bankensektor und die Aktie der Deutschen Bank auf "Neutral" heruntergestuft.

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