Nach harten Sanierungsschritten
Tengelmann schafft die Trendwende

Deutschlands viertgrößtes Handelsunternehmen Tengelmann hat mit harten Sanierungsschnitten den Weg aus den roten Zahlen geschafft. Nach dem Abbau von rund 23 000 Arbeitsplätzen allein im deutschen Lebensmitteleinzelhandel sei das Familienunternehmen nun wieder auf Erfolgskurs, sagte Europachef Karl-Erivan Haub am Mittwoch in Mülheim.

ap MÜLHEIM. "Mit Tengelmann kann wieder gerechnet werden." Die konzerneigenen Kaiser's und Tengelmann-Supermärkte werden Haub zufolge im laufenden Geschäftsjahr 2001/2002 nach einer Serie tiefroter Jahre erstmals wieder Gewinn machen, ein Jahr früher als geplant. Dabei profitierten die Supermärkte vom gestiegenen Qualitätsbewusstsein der Verbraucher infolge der BSE-Krise, sagte Haub. Die Discount-Kette Plus soll im nächsten Jahr folgen. Erstmals sei es Kaisers, Tengelmann, Plus und der Drogeriekette "kd" wieder gelungen ihre Marktposition zu verbessern, betonte Haub zufrieden.

Insgesamt steigerte die Tengelmann Unternehmensgruppe, zu der auch die gerade sanierte amerikanische Supermarktkette A & P, die profitable Baumarktkette OBI, und der ertragreiche Textildiscounter KiK gehören, ihren Umsatz gegenüber dem Vorjahr um 7,6 % auf 26,7 Mrd. ? (52,2 Mrd. DM). Dabei sei insgesamt "Geld verdient worden", sagte Haub. Und der Wachstumstrend hält an. Supermärkte und Discounter hätten allein zwischen Juli und Oktober ihre Umsätze um rund sieben Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum gesteigert, berichtete Haub. Tengelmann schaffe inzwischen wieder neue Stellen statt sie zu streichen.

Partner für Drogeriemärkte gesucht

Sorgenkind bleibt allerdings trotz der Umsatzzuwächse die Drogeriemarktkette "kd". Sie ist Haub zufolge "zu klein", um auf Dauer wettbewerbsfähig zu sein. Tengelmann sucht deshalb nach einem strategischen Partner, auch wenn man dabei die unternehmerische Führung abgeben müsse. Bei den OBI-Baumärkten, für die Tengelmann ebenfalls lange Zeit auf Partnersuche war, hat sich das Unternehmen dagegen inzwischen zu einem Alleingang entschlossen. Schließlich sei die Baumarktkette international mit das strategisch interessanteste Format. Dank der Sanierungserfolge habe der Konzern dazu inzwischen auch wieder die notwendigen Muskeln.

Konjunkturflaute und Konsumzurückhaltung bei vielen Verbrauchern können den neuen Optimismus beim Mülheimer Traditionskonzern zurzeit nicht bremsen. "Wir gehen heute davon aus, das wir das laufende Geschäftsjahr wesentlich besser abschließen können als ursprünglich geplant", sagte Haub. Die Marken Plus, OBI und KiK erzielten international hohe Wachstumsraten. Allein KIK verfüge sieben Jahre nach der Unternehmensgründung bereits über 1 000 Filialen. Insgesamt habe der Konzern inzwischen über 6 900 Filialen in 15 Ländern und beschäftige rund 186 000 Mitarbeiter. Mit zusätzlichen Einnahmen durch Preiserhöhungen im Rahmen der Euro-Umstellung rechnet der Konzern Haub zufolge nicht. Tengelmann gehe im Gegenteil davon aus, dass eher auf Grund des extrem harten Wettbewerbs im deutschen Handel mit Gewinneinbußen zu rechnen sei, bis neue Eckpreise gefunden worden seien. Dies habe man auch in der Unternehmensplanung berücksichtigt.

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