Nach Herabstufung durch die Ratingagentur Moody's
T-Aktie stürzt auf historisches Tief

Die Aktie der Telekom ist erstmals unter zwölf Euro gestürzt und damit auf ein neues Allzeittief. Bis zum Abend erholte sich das Papier und notierte mit einem Minus von 0,26 Prozent bei 12,19 Euro.

WiWo/ ap/ dpa/ rtr BONN. Auslöser für den Absturz dürfte die Herabstufung der Telekom durch die Ratingagentur Moody's sein. Die Agentur hatte die Einstufung des Unternehmens und seiner US-Tochter VoiceStream von "stabil" auf "negativ" gesenkt. Die Agentur äußerte sich besorgt darüber, dass in der Branche möglicherweise die Einnahmen aus dem Festnetzbereich schneller sinken als bislang angenommen. "Die Anleger haben jetzt Bedenken, dass die Kosten für Zinsen steigen werden, und für heute sind Details zur (Telekom)-Anleihe erwartet und das belastet natürlich", sagte ein Händler mit Blick auf die Kursverluste. Bankenkreisen zufolge zwang die Entscheidung der Agentur die Telekom, ihre milliardenschwere Anleihe um einen Tag zu verschieben.

Bereits am Vortag war die T-Aktie stark unter Druck geraten, nachdem das Unternehmen für das erste Quartal tiefrote Zahlen berichtet hatte. Der Konzernverlust hatte sich von 358 Millionen Euro im ersten Quartal 2001 auf nunmehr 1,8 Milliarden Euro verfünffacht. Der Umsatz stieg dagegen um rund 15 Prozent auf 12,8 Milliarden Euro. Im umsatzstärksten Bereich T-Com, der für das Festnetzgeschäft zuständig ist, war das Ergebnis vor Steuern um fast 50 Prozent auf 694 Millionen Euro eingebrochen.

Das Handelsblatt berichtete unterdessen, die Telekom wolle bis 2004 mehr Arbeitsplätze abbauen als geplant. Ziel sei es, zusätzlich 10 000 Stellen ohne betriebsbedingte Kündigungen zu streichen, sagte Personal-Vorstand Heinz Klinkhammer dem Blatt. "Wir brauchen aber ein Szenario, das bezahlbar bleibt." In Deutschland mit zurzeit knapp 180 000 Beschäftigten sollen demnach unter dem Strich 22 000 Stellen wegfallen.
Von diesen ist der Abbau von 12 000 Stellen laut Klinkhammer in diesem Jahr bereits mit Gewerkschaft und Betriebsrat fest vereinbart. Erstmals nannte Klinkhammer genaue Zahlen zum geplanten Stellenabbau: Von den 256 000 Arbeitsplätzen weltweit will die Telekom 38 400 bis Ende 2004 abbauen und gleichzeitig 15 600 andere Stellen aufbauen.

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