Nach Heraufstufung durch Merrill Lynch
Microsoft-Aktie steigt wieder

Der US-Softwarekonzern Microsoft hat im dritten Quartal seines Geschäftsjahres 2001/2002 trotz eines zwölfprozentigen Gewinnanstiegs die Erwartungen der Analysten verfehlt. Die Wall Street reagierte am Freitag aber nach einem nachbörslichen Kurssturz der Aktie vom Vorabend gelassen.

rtr SEATTLE/ LONDON. Microsoft dämpfte außerdem die Markterwartungen für das laufende Quartal angesichts einer weiter niedrigen Nachfrage von Unternehmen nach Software. Die Wall Street reagierte am Freitag aber nach einem nachbörslichen Kurssturz der Aktie vom Vorabend gelassen. Nach einer Heraufstufung durch die US-Investmentbank Merrill Lynch zog der Aktienkurs sogar bei sehr hohem Umsatz deutlich an.

Der Nettogewinn im Quartal bis Ende März habe 2,74 Milliarden Dollar oder 0,49 Dollar je Aktie betragen, hatte der Konzern am Donnerstag nach US-Börsenschluss mitgeteilt. Von Thomson Financial/First Call befragte Analysten hatten im Mittel mit einem Gewinn von 0,51 Dollar je Aktie gerechnet. Im Vorjahreszeitraum hatte Microsoft 2,45 Milliarden Dollar verdient. Den Umsatz steigerte der Software-Konzern eigenen Angaben nach auf 7,25 Milliarden Dollar von zuvor 6,4 Milliarden Dollar. Er blieb damit hinter den Erwartung von rund 7,34 Milliarden Dollar zurück.

Im laufenden vierten Quartal zum 30. Juni erwartet Microsoft weiter eine schwache Nachfrage nach Informationstechnologie (IT), was auch ihren Software-Umsatz belasten könne. "Während wir im Quartal leicht bessere Wachstumsraten im PC-Geschäft erwarten, bleiben unsere Erwartungen für die Ausgaben bei Unternehmens-IT weiter moderat", sagte Microsoft-Finanzchef John Connors. "Unsere Erwartung für die Technologie-Ausgaben und die wirtschaftliche Aktivität im allgemeinen ist moderater als der durchschnittliche Analyst glaubt", sagte Connors zur Begründung der vorsichtigen Prognose. Microsoft erwartet in diesem Drei-Monatszeitraum einen Gewinn je Aktie von bis zu 0,42 Dollar bei einem Umsatz von 7,0 bis 7,1 Milliarden Dollar, während Analysten bisher von 0,44 Dollar Gewinn je Anteilsschein und einem Umsatz von 7,65 Milliarden Dollar ausgegangen waren.

Die Abschreibungen auf Beteiligungen hätten das Ergebnis im Quartal zum 31. März mit 806 Millionen Dollar belastet, während der Verkauf des Internet-Reisebüros Expedia an das Medienhaus USA Networks einen Zusatzgewinn von 847 Millionen Dollar gebracht habe, teilte Microsoft weiter mit. Analysten hatten zwar durch den Expedia-Verkauf etwas weniger Zusatzeinnahmen, aber dafür keine Beteiligungsverluste in dieser Höhe erwartet. Microsoft hatte erst am Donnerstag bekannt gegeben, den Preis für die neu entwickelte Spiele-Konsole Xbox um mehr als ein Drittel zu senken, um den schleppenden Verkauf des Mitte März an den Start gegangen Gerätes anzukurbeln. Microsoft wolle nun mehr in die Konsumenten-Produkte wie etwa die Xbox oder das Internetangebot MSN investieren, um dort die Wettbewerbsposition zu stärken, sagte Finanzchef Connors weiter.

Aktienkurs nach US-Börsenbeginn wieder gestiegen

Positive Aussagen zum PC-Geschäft und die Heraufstufung durch das Investmenthaus Merrill Lynch sorgten an der Wall Street am Freitagmorgen für eine Trendwende in der Einschätzung der Ergebnisse des Softwarekonzerns. Nach Börsenauftakt in den USA stiegen die Aktien um 1,2 Prozent auf 57,05 Dollar, nachdem der Kurs nachbörslich im elektronischen Instinet-Handel noch um fast sechs Prozent auf 53,02 Dollar gefallen war. Die Investmentbank Merrill Lynch stufte die Aktien des Softwarekonzerns am Freitag auf mittelfristig "Kaufen" von "Neutral" herauf. Das Verhältnis von Gewinn und Risiko der Aktie habe sich am unteren Ende der Spanne von 55 Dollar bis 65 Dollar verbessert, begründeten die Analysten ihre Kaufempfehlung. Zudem würden Investitionen vor dem Hintergrund einer Branchenerholung bevorzugt in Richtung Microsoft fließen, da andere Großunternehmen strauchelten, schrieben sie in ihrer Kurzstudie weiter.

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