Nach hohem Verlust
JDS Uniphase will 5000 Stellen streichen

Der kanadische Technologiekonzern JDS Uniphase Corp. wird in den kommenden Monaten ein Fünftel der Jobs - insgesamt 5000 Stellen - streichen. Der weltgrößte Hersteller von Komponenten für Glasfasernetze erwirtschaftete zudem im dritten Quartal seines Geschäftsjahres einen Nettoverlust in Höhe von knapp 1,3 Mrd. $ oder 1,13 $ je Aktie. Im Vorjahreszeitraum hatte der Verlust noch 241 Mill. $ oder 32 Cents je Aktie betragen.

su NEW YORK. JDS leidet wie andere Telekom - und Netzwerkausrüster sehr unter dem Einbruch der Nachfrage in der Telekombranche. "Wir hatten sehr viele Stornierungen von Aufträgen", sagte Finanzchef Anthony Muller. Er sei nicht sicher, ob die Talsohle in der Branche bereits erreicht sei. Die Zurückhaltung der Kunden bei den Investitionen könne sich durchaus noch im laufenden sowie im darauffolgenden Quartal fortsetzen. Die Wirtschaftslage sei so unsicher, dass der Konzern aus Ottawa keinen Ausblick für das kommende Geschäftsjahr biete. Für das laufende vierte Quartal des Geschäftsjahres 2000/ 2001 rechnet Muller mit einem Umsatz in Höhe von 700 Mill. $. Als Gewinn je Aktie erwartet der Finanzchef 5 Cents.

Die Entlassungen sollen bis Ende September weitgehend abgeschlossen sein. Zudem will der Konzern in den nächsten drei Quartalen Werke schließen und aus 25 Gebäuden ausziehen. Die Produktion soll in einigen Bereichen konsolidiert und standardisiert sowie teilweise nach China verlagert werden; der Verkauf soll neu organisiert werden. Das Ziel von Konzernchef Jozef Straus ist es, aus der gegenwärtigen schlechten wirtschaftlichen Situation als "schlankeres, wettbewerbsfähigeres Unternehmen" herauszukommen. Straus erwartet, dass die Umstrukturierung zwischen 375 und 425 Mill. $ kosten und jährlich 250 Mill. $ einsparen wird. Im Februar hatte JDS bereits angekündigt, bis Ende Juni 3 000 Stellen zu streichen.

Zum Kauf empfohlen

Unter Ausschluss aller Sonderposten erwirtschaftete JDS einen Gewinn von 160 Mill. $ oder 14 Cents je Aktie und traf damit die in den vergangenen drei Monaten um sieben Cents gesenkten Erwartungen der Analysten. Im Vorjahreszeitraum waren es noch 108 Mill. $ oder 11 Cents je Aktie gewesen. Der Umsatz betrug im dritten Quartal des laufenden Geschäftsjahres 920 Mill. $, nach 394,6 Mill. $ im Vorjahresquartal. Analysten hatten nach einer Umfrage des Finanzinformationsdienstes Thomson Financial/First Call im Schnitt 931 Mill. $ erwartet.

Viele Analysten hatten JDS in den vergangenen drei Monaten in ihrer Bewertung heruntergestuft. Allerdings empfehlen immer noch 18 von insgesamt 34 Marktbeobachtern das Unternehmen zum Kauf, sieben sehen es gar als "starken Kauf".

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