Nach Imagewandel schafft Likörhersteller zweistelliges Wachstum
Jägermeister ist in den USA Kultgetränk

Der Kräuterlikör Jägermeister erlebt seinen zweiten Frühling. Fünf Jahre nach dem Abgang des legendären Chefs Günther Mast verbucht die Mast-Jägermeister AG, Wolfenbüttel, im Ausland zweistellige Umsatzzuwächse.

stw WOLFENBÜTTEL. In Deutschland reicht es zumindest für ein kleines Wachstum im schrumpfenden Spirituosenmarkt. Für dieses Jahr rechnet der Vorstandsvorsitzende Hasso Kaempfe erneut mit rund 6 % Umsatzwachstum.

Im vergangenen Jahr stiegen die Erlöse um knapp 5 % auf 208 Mill. Euro. Weil eine Einmalbelastung aus dem Vorjahr wegfiel, sprang das Betriebsergebnis sogar um 17 % auf 43,7 Mill. Euro. Unter dem Strich blieben 30,4 Mill. Euro (plus 68 %) übrig.

Das Auslandsgeschäft entwickele sich deutlich besser als geplant, sagte Kaempfe. Vor allem in den USA hat sich der Kräuterlikör zum Modegetränk gemausert und erreicht Zuwachsraten von rund 20 %. Mehr als die Hälfte des Jägermeister-Absatzes geht inzwischen ins Ausland. Kaempfe will dennoch nichts von Etiketten wie "Kultgetränk" und "Modedrink" wissen, denn solche Erfolge seien nur kurzlebig.

Seit Kaempfes Amtsantritt vor fünf Jahren arbeitet Jägermeister am Imagewechsel. Nachdem Günther Mast die Marke mit sinnigen Werbesprüchen ("Ich trinke Jägermeister weil...") und der Erfindung des Fußball-Trikotsponsoring zum Begriff gemacht hatte, muss der frühere Tchibo-Mann Kaempfe die Marke verjüngen. Er setzt vor allem auf Eventmarketing und Musiksponsoring. Den Werbeetat hat Jägermeister leicht auf 33 Mill. Euro aufgestockt. Auch im weitgehend ausgereizten deutschen Markt sei wieder nennenswertes Wachstum machbar "wenn wir die Marke gedreht haben".

Vom Einkauf einer weiteren Marke ist bei dem Familienunternehmen nach nie vor nicht die Rede. Das sei kein Dogma, sagte Kaempfe, aber es fehle an geeigneten Kandidaten und wer in Frage kommen könnte, sei zu teuer.

Quelle: Handelsblatt

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