Nach Intel-Herabstufung - Nervosität vor Bush-Rede
Chipstudie drückt US-Börsen

Die Herabstufung verschiedener Chipaktien, darunter auch die Titel von Intel, durch die Investmentbank Merrill Lynch hat am Donnerstag die Kurse an der Wall Street deutlich ins Minus gedrückt..

Reuters NEW YORK. Die Anleger sind nach Händlerangaben außerdem nervös vor einer angekündigten Rede von US-Präsident George W. Bush, in der Bush nach offiziellen Angaben Pläne für eine tief greifende Umgestaltung der Regierung zum Schutz des Landes vor Angriffen und Anschlägen erläutern will.

Der Dow-Jones-Index fiel zum Schluss um 1,76 Prozent auf 9624,64 Punkte. Der technologielastige Nasdaq-Index gab 2,53 Prozent auf 1554,88 Zähler nach, und der breiter gefasste S&P-Index rutschte 1,98 Prozent auf 1029,15 Punkte ab

.

Im Rahmen der Pläne zur Verbesserung der Sicherheit solle auch ein Ministerium für Heimatschutz geschaffen werden, sagte Bushs Sprecher am Donnerstag. Einzelheiten werde Bush in seiner Rede am Freitag um 02.00 Uhr MESZ mitteilen. ""Die Ankündigung, dass Bush eine Rede an die Nation plant, hat am Markt Befürchtungen geweckt", sagte John O'Donoghue, stellvertretender Leiter Aktienhandel bei Credit Suisse First Boston. "Es gibt Sorgen um mögliche weitere Militäraktionen."

Die Rede könne auch Neuigkeiten und Details über die Möglichkeit weiterer Anschläge enthalten, sagte Kevin Bannon, Chefinvestment-Officer bei BNY Asset Management. "Wenn man etwas Wichtiges tun will, muss man es gut begründen. Und um es zu begründen, muss man viele Bedrohungen aufzeigen. Das ist nicht gut für die Psychologie."

Intel-Aktien rutschten rund 4,2 Prozent auf 27,00 Dollar ab. Die Investmentbank Merrill Lynch hatte zuvor die mittelfristige Bewertung für die Titel auf "Neutral" von "Strong Buy" gesenkt. Intel werde bei dem für den Abend angekündigten Zwischenbericht beim Ausblick für das zweite Quartal "konservativ" bleiben, begründete Merrill Lynch die Entscheidung.

Die Bank nahm außerdem die mittelfristige Bewertung für sechs weitere Chipaktien, darunter Texas Instruments und Analog Devices auf ebenfalls "Neutral" von "Strong Buy" zurück. Der Aktienkurs von Texas Instruments gab rund 2,6 Prozent auf 27,69 Dollar nach, der von Analog Devices um rund 3,4 Prozent auf 34,65 Dollar. Die Zeit der niedrigen Lagerbestände, die einen Aufwärtstrend in der Branche begünstigt hätten, könne zu Ende gehen, hieß es zur Begründung der Herabstufungen weiter.

"Die Investoren sehen die Aktion von Merrill als weiteren Beweis dafür, dass eine Erholung nicht so robust ausfallen wird wie erhofft, oder sogar ganz ausfällt", sagte Tim Woolston, Fondsmanager bei Boston Advisors.

Die Titel des US-Mischkonzerns Tyco verloren rund 15,6 Prozent auf 14,60 Dollar und lagen in der Umsatzstatistik der New York Stock Exchange an zweiter Stelle. Händler erklärten die Kursverluste mit Nachrichten, dass die US-Behörden ihre Ermittlungen wegen des Verdachts auf Steuerhinterziehung gegen den früheren Unternehmenschef Dennis Kozlowski erweitert hätten.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,57 Milliarden Aktien den Besitzer. 989 Werte legten zu, 2197 gaben nach und 195 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,55 Milliarden Aktien 965 im Plus, 2477 im Minus und 246 unverändert.

An den US-Kreditmärkten stiegen die zehnjährigen Staatsanleihen um 9/32 auf 98-3/32. Sie rentierten mit 5,014 Prozent. Die 30-jährigen Bonds kletterten 14/32 auf 96-13/32 und hatten eine Rendite von 5,628 Prozent.

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