Nach jahrzehntelangem Streit
Echtheit eines Dürer-Bilds bewiesen

Nach jahrzehntelangem Expertenstreit soll die Echtheit eines Dürer-Gemäldes im Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg nachgewiesen worden sein. Das Bild zeigt eine Frau mit weißem Schleier.

HB/dpa NÜRNBERG. Es wurde 1925 als Werk eines unbekannten Künstleres erworben. Schon lange gab es Mutmaßungen, dass es von Dürer stammt. Der Malereiexperte des Nationalmuseums, der Schweizer Daniel Hess, hat jetzt das Werk mit dem in Florenz hängenden Bild von Dürers Vater verglichen und das Doppelbildnis von Dürers Eltern bis in dessen Privatbesitz zurück verfolgt.

Museumsleiter Ulrich Großmann sprach am Mittwoch von einer Sensation und einer der vielleicht wichtigsten kunsthistorischen Entdeckungen der letzten zwei Jahrzehnte. Zwar hatte die amerikanische Forscherin Lotte Brand Philipp das verschollen geglaubte Bildnis von Dürers Mutter bereits 1979 dem Werk Albrecht Dürers zugewiesen. Trotz ähnlicher rückseitiger Bemalung und gleicher Inventar-Nummern wie das Bildnis von Dürers Vater blieb die Zuordnung jedoch in der Folgezeit heftig umstritten.

Im Vorfeld der großen Dürer-Ausstellung in der Wiener Albertina (5. September bis 30. November 2003) hat das Germanische Nationalmuseum eine erneute Untersuchung der beiden Gemälde veranlasst. Die Unterschiede der beiden Bilder erklärte Hess damit, dass Dürer zuerst das Bildnis seiner Mutter malte und erst später zu einem Doppelbildnis ergänzte. "Sowohl die Überlieferung als auch die stilistische Untersuchung und der Vergleich der Malweise bestätigen die Zusammengehörigkeit beider Bildnisse", sagte Hess.

Das 1490 entstandene Bildnis von Dürers Mutter ist am Mittwoch in den Kreis der sechs weiteren Dürer-Gemälde des Germanischen Nationalmuseums aufgenommen worden. In Wien werden beide Bilder der Dürer-Eltern erstmals gemeinsam gezeigt. Zwischen 1580 und 1628 waren die beiden Werke getrennt worden.

Dürers Werke, die Dürer-Schule und der bereits um 1500 einsetzende Dürer-Kult sollen laut Großmann eine zentrale Rolle bei der Neukonzeption der Dauerausstellung spielen, die nach der Sanierung der Galerie im Jahr 2008 im Nationalmuseum eröffnet werden soll.

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