Nach Kanada-Vorbild
DGB fordert Punktesystem für Einwanderer

Der Deutsche Gewerkschaftsbund hat ein Punktesystem für die Einwanderung ausländischer Arbeitskräfte nach Deutschland gefordert. Nach einem am Dienstag in Berlin vorgestellten DGB-Konzept soll die Auswahl nach den Kriterien Alter, Sprachkenntnisse, Ausbildung, Berufserfahrung und Faktoren wie familiäre Bindungen in Deutschland erfolgen. Die Aufnahme von Asylbewerbern und Flüchtlingen soll davon unabhängig bleiben.

rtr/ap BERLIN. Mit einem Punktesystem nach dem Vorbild Kanadas will der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) die Zuwanderung nach Deutschland quotieren. DGB-Vorstandsmitglied Heinz Putzhammer stellte am Dienstag in Berlin ein Modell der Gewerkschaften vor, wonach sich Einwanderungswillige künftig bei den deutschen Botschaften bewerben sollen. Wie in Kanada würden über die Einreise dann Faktoren wie das Alter, der Beruf oder Sprachkenntnisse entscheiden. Wie viele Ausländer kommen dürfen, soll nach Vorstellungen des DGB jährlich mit Quoten festgelegt werden. Angehörige von Branchen mit hoher Arbeitslosigkeit sollen zeitlich befristet von der Einwanderung ausgeschlossen bleiben.

Putzhammer sagte bei der Vorstellung des DGB-Zuwanderungskonzeptes dem Redetext zufolge, Ziel der Gewerkschaften sei es, die negative Bevölkerungsentwicklung und den damit verbundenen Rückgang des Arbeitskräftepotenzials abzubremsen. "Die Überalterung der Bevölkerung und die rapide Abnahme der Zahl der Beitragszahler werden die Finanzierung der sozialen Sicherungssysteme in Frage stellen - wenn nicht unmöglich machen", sagte Putzhammer.

"Wer heute noch davon spricht, Deutschland sei kein Einwanderungsland, verdreht die Tatsachen", fügte Putzhammer hinzu. So erwarteten die Vereinten Nationen, dass die Bevölkerung Deutschland von jetzt rund 82 Millionen Menschen in den nächsten 50 Jahren um 20 bis 25 Millionen abnehmen werde. Zwar könne diese Entwicklung nicht durch Einwanderung gelöst werden, sie könne das Problem aber abmildern. Zuvor hatte bereits die CSU ein Zuwanderungskonzept vorgestellt, das ebenfalls Quoten vorsieht. Das Zuwanderungskonzept einer Regierungskommission steht noch aus.

Einschränkungen bei den Regelungen zur Aufnahme von Asylbewerbern, Bürgerkriegsflüchtlingen und beim Familiennachzug soll es nach den Vorstellungen des DGB nicht geben. Deutschland müsse auch weiterhin seinen internationalen und europäischen Verpflichtungen zur Aufnahme von Flüchtlingen nachkommen, erklärte Putzhammer. "Daher darf die Zahl der aufgenommenen Flüchtlinge nicht in Verbindung mit den Quoten für die Arbeitskräfteeinwanderung gebracht werden."

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