Nach Konsolidierung der Strompreise
HEW mit deutlich besserem Ergebnis

Die Hamburgische Electricitäts-Werke AG (HEW), Hamburg, wird für das Geschäftsjahr 2001 ein deutlich besseres Ergebnis ausweisen als im Vorjahr. Genaue Zahlen nannte Vorstandsvorsitzender Klaus Rauscher in Hamburg nicht, da diese erst dem Aufsichtsrat vorgelegt werden müssten.

vwd HAMBURG. Der Umsatz der AG (ohne Stromsteuer) ist um 50 Prozent auf rund 2,4 (1,5) Milliarden Euro gestiegen. Die Verbesserung des operativen Ergebnisses begründete Rauscher mit der Konsolidierung der Strompreise und Einsparungen. Durch Anteilverkäufe im Zusammenhang mit der Bildung der "Neuen Kraft" von Heingas HGW und Sydkraft seien Buchgewinne auf Vorjahresniveau erreicht worden.

Der Stromabsatz an Haushalte und Unternehmen stieg laut Rauscher auf rund 16 (knapp 15) Milliarden kWh. Davon wurden in der Hansestadt zwölf Milliarden kWh abgesetzt, der Rest in und außerhalb Deutschlands. Vor allem in Frankreich und Österreich sei mehr Strom an Kunden geliefert worden. Für das laufende Jahr sind Lieferungen nach den Niederlanden, Belgien und Luxemburg geplant. Der Stromhandel erhöhte die Lieferung physischer Terminprodukte auf über 46 (zwölf) Milliarden kWh. Der Fernwärmeabsatz erhöhte sich auf vier (3,8) Milliarden kWh.

Der HEW-Anteil an der Stromerzeugung in den vier Kernkraftwerken belief sich auf etwa 11,4 (zwölf) Milliarden kWh. Damit wurden 77 Prozent des HEW-Stroms in den Kernkraftwerken erzeugt. Mit der Norddeutschen Affinerie AG, Hamburg, ist der Stromliefervertrag um zwei Jahre verlängert worden. Die Zahl der Mitarbeiter soll zum Ende des Jahres auf unter 4.000 (4.125) sinken. Die Geschäftsbereiche Fernwärme, Stromvertrieb und-verteilnetz blieben im Rahmen der Bildung der Neuen Kraft am Standort Hamburg, sagte Rauscher. Die getrennt geführten Bereiche würden zu einer Rechtseinheit zusammengefasst.

HEW für vorzeitigen Start der "Neuen Kraft"

Diskutiert wird derzeit, ob der neue Konzern mit neuen Marken auftritt. HEW und Bewag würden auf jeden Fall als regionale Handelsmarken erhalten, sagte Rauscher. Wie man sich aber bei Neukunden in der Fläche präsentieren werde, sei noch nicht entschieden. Geld verbrennen mit riesig angelegten Werbekampagnen kommt für den Vorstand nicht in Frage. Auch die Bewag-Tochter bestenergy müsse auf die Begrenzung der Anlaufverluste achten.

Rauscher geht davon aus, dass die Hansestadt Hamburg ihre Put-Option für die 25,1-prozentige Beteiligung an der HEW ausüben wird. Die Stadt benötige Geld für andere Dinge. Vattenfall habe dafür das Vorkaufrecht. Spannend wird es, wenn die in Staatsbesitz befindliche Vattenfall in den nächsten Jahren privatisiert wird. Rauscher rechnet dabei mit vielen Interessenten. Wer sich an dem schwedischen Konzern beteilige, bekomme automatisch Zugriff auf die "Neue Kraft", sagte Rauscher. Beispielsweise könne auch die Tochter HEW für die Mutter bieten.

Als Zukunftsmusik bezeichnete Rauscher Beteiligungen von anderen Unternehmen, wie beispielsweise Gaz de France, an der "Neuen Kraft". Viel hänge von der Entscheidung des Bundeskartellamtes zur geplanten Übernahme der Ruhrgas AG, Essen, durch die Eon AG, Düsseldorf, ab. Brachenbeobachter gehen davon aus, dass die Behörde diesen Zusammenschluss nur unter strengen Auflagen genehmigen wird. Beteiligungen an deutschen Stadtwerken und Regionalversorgern müssten wahrscheinlich abgegeben werden. Noch sei es zu früh, über die Veränderungen auf dem deutschen Gasmarkt zu spekulieren, sagte Rauscher.

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