Nach Kursabsturz von Yahoo
Bankanalysten erkennen Kurswende an der Nasdaq

Nach dem Kursabsturz des US-Internetanbieters Yahoo rechnen Bankanalysten mit einem Ende der Verluste an der US-Technologiebörse Nasdaq. "Wir haben von A wie Apple bis Y wie Yahoo das Alphabet an schlechten Meldungen durch, es fehlt nur noch Z, und da fällt mir keine Firma zu ein", sagte ein europäischer Händler.

hus/hil/rez NEWYORK. Nach einer Umfrage des Handelsblatts halten Analysten auf kurze Sicht sogar kräftige Kursgewinne für möglich. Die Aussichten auf eine langfristige Erholung werden jedoch vorsichtig beurteilt.

Zwar seien die schlechten Neuigkeiten bei Yahoo ein weiteres Zeichen dafür, dass Technologiewerte noch weit davon entfernt seien, erneut eine Führungsrolle an den Börsen einzunehmen, erklärten die befragten Experten. Der Ausverkauf der High-Tech-Werte in den vergangenen zwölf Monaten sei aber so radikal gewesen, dass es zu einer technischen Gegenreaktion kommen müsse. Der Sammelindex der Nasdaq hatte am 10. März 2000 ein Rekordniveau von über 5000 Punkten erreicht und ist seither fast stetig bis auf das derzeitige Niveau von knapp 2200 Punkten abgesackt.

"Investoren meinen, dass es nun nicht mehr viel schlimmer werden kann und Aktien jetzt günstig sind", sagt Tobias Levkovich von der US-Investmentbank Schroder Salomon Smith Barney. Er erwartet einen Kursanstieg der Technologie-Aktien in den nächsten Monaten. Mit einer dauerhaften Erholung rechnet er aber nicht.

Richard McCabe von der Investmentbank Merrill Lynch warnt ebenfalls vor überzogenen Erwartungen. Die Technologiewerte seien in der Vergangenheit so stark überbewertet gewesen, dass es selbst bei einer raschen konjunkturellen Erholung mehrere Jahre dauern dürfte, bis Umsatz und Gewinne der Technologiekonzerne wieder frühere Kursniveaus rechtfertigten. Edward Yardeni, Chefstratege der Deutschen Banc Alex. Brown, rechnet im nächsten Jahr mit einer Stabilisierung des Nasdaq-Sammelindexes bei 3000 Punkten.

Auch wenn sich die Leitbörse Nasdaq in den USAerholt, dürfte der deutsche Neue Markt hinterherhinken. Der Nemax habe weiterhin mit einigen strukturellen Problemen zu kämpfen, sagt Volker Borghoff von der DG Bank. Mittelfristig bleibe auf Grund von Übernahmen und weniger Pleiten nur ein Fünftel der heutigen Aktien übrig, sagt Andrew Spencer von JP Morgan Fleming.

Yahoo hatte gestern den Rücktritt von Vorstandschef Tim Koogle angekündigt. Außerdem warnte das Internetunternehmen davor, dass der Umsatz im ersten Quartal 2001 hinter den Erwartungen zurückbleiben werde. Führende Banken wie JP Morgan und Merrill Lynch stuften die Aktie daraufhin herab. An der Nasdaq brach der Kurs im Handelsverlauf knapp 20 Prozent ein. Die Börse konnte sich dem Einfluss nicht entziehen und gab im Verlauf gut zwei Prozent nach.

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