Nach Kursrückschlägen raten Analysten bei zahlreichen Titeln zum Kauf
Für Wind-Aktien hat sich das Klima wieder verbessert

In den vergangenen Monaten erlebten Wind-Aktien buchstäblich eine Flaute: Die Kurse sackten ab, auch wenn sie sich in jüngster Zeit leicht erholten. Der Grund für den Kurssturz war Unsicherheit über das Expansionspotenzial der Entwickler und Betreiber von Windparks.

DÜSSELDORF. Die anfängliche Wachstumseuphorie erwies sich zum Teil als überzogen. Inzwischen gehen Analysten davon aus, dass der Markt auch künftig wächst - nur langsamer als zunächst erwartet. Analysten bewerten Windkrafttitel mittlerweile wieder mit "Kaufen". Dabei mögen viele Experten Windturbinen-Hersteller lieber als Firmen, die Windparks entwickeln und betreiben.

Windtitel sind geprägt von der besonderen Marktsituation für Windenergie. Nach Meinung von Analysten ist der europäische Markt - insbesondere Deutschland, Spanien und Dänemark - erst durch Subventionen entstanden. Die Branche ist auch künftig von staatlicher Förderung abhängig. In Deutschland wird nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz von April 2000 die Kilowattstunde Windstrom mit mindestens 17,8 Pfennig vergütet, in Frankreich sind es seit kurzem 55 Centimes (rund 16 Pfennig). Allerdings ist nicht sicher, ob die staatlichen Regelungen mit dem Wettbewerbsrecht der Europäischen Union (EU) vereinbar sind. Diese Frage prüft derzeit Wettbewerbskommissar Mario Monti.

Positiv stimmt immerhin, dass auch die EU erneuerbare Energien kräftig fördern will: Nach einer EU-Richtlinie sollen im Jahr 2010 insgesamt 22 % des europäischen Energiebedarfs aus erneuerbaren Quellen stammen. Auf dem US-amerikanischen Markt stehen die Vergütungen für Windstrom nur bis zum Jahresende fest. Eine Gesetzentscheidung über deren Fortbestehen wurde wegen der Terroranschläge verschoben. "Der enorme Kursverfall einiger Windtitel nach dieser Verschiebung war übertrieben", sagt Burkhard Weiß von der Commerzbank. Die Aktienkurse hätten sich daher zu Recht in jüngster Zeit erholt. Dennoch sei mit verstärkter Expansion ins außereuropäische Ausland erst ab etwa 2005 zu rechnen. Im so genannten Off-Shore-Bereich - also bei Windkraftanlagen vor der Meeresküste - müsste die Technik noch besser und die Anlagen größer werden, um wirtschaftlich zu arbeiten.

Bei den Betreibern und Entwicklern von Windparks seien zurzeit Energiekontor und Plambeck interessant.

Das Kursziel für Plambeck sieht Burkhard Sawazki von HSBC Trinkaus bei 18 Euro. Der nach Energiekontor und Umweltkontor drittgrößte Anlagenbetreiber habe Baugenehmigungen für Anlagen in Griechenland und Polen erhalten, die noch 2001 fertig werden sollen. Der Anlagenbetreiber Energiekontor könne 55 Euro erreichen. Ausgereizt sei indes das Kurspotenzial bei Umweltkontor.

Solides Management bei Vestas Wind Systems

Besser als die Planer schneiden die Hersteller von Windkraftanlagen ab: Überwiegend mit "Kaufen" wird der weltgrößte Windturbinenhersteller, die dänische Vestas Wind Systems , bewertet. Das Unternehmen, das einen Weltmarktanteil nach Megawattstunden von 17,9 % hat, empfiehlt sich laut Catrina Vaterlaus, Analystin der Schweizer Privatbank Sarasin durch solides Management.

Nur teilweise mit "kaufen", sonst mit "halten" wird dagegen der Marktzweite, die spanische Grupo Auxiliar Metalurgico (Gamesa) bewertet. Sein eher zurückhaltendes "Halten"-Urteil begründet James Stettler, Analyst bei Dresdner Kleinwort Wasserstein, mit der vertraglichen Beschränkung des Unternehmens auf Portugal, Spanien und Südamerika. Zudem leide Gamesa, das 60 % seines Umsatzes mit Flugzeugteilen erwirtschaftet, unter der Krise der Flugbranche. Eine Expansion nach Nordafrika und Lateinamerika sei wegen der dort niedrigen Strompreise nicht sehr aussichtsreich.

Überwiegend positiv wird die Nordex AG aus Oberhausen bewertet. So lautet das Anlageurteil von WestLB Panmure "Outperformer" (überdurchschnittliche Kursentwicklung). Die Stärke von Nordex sieht Commerzbank-Experte Weiss vor allem in der Herstellung großer Turbinen (2,5 Megawatt), die auch für den Off-Shore-Bereich geeignet sind.

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