Nach Kurssturz
Siemens weist Ängste um Halbleitermarkt zurück

Die Siemens-Tochter Infineon sei nicht von einer angeblichen Schwäche des Halbleitermarktes in Europa betroffen.

Reuters MÜNCHEN. Der Münchener Elektronikkonzern Siemens sieht seine Chip-Tochter Infineon nicht von einer angeblichen Schwäche des Halbleitermarktes in Europa betroffen. "Infineon läuft weiter ausgezeichnet", sagte eine Siemens-Sprecherin am Freitag in München auf Anfrage. Sowohl die Ausfuhren nach Amerika als auch das Geschäft in Europa entwickele sich hervorragend, sagte sie. Siemens selbst stehe im Geschäftsjahr 1999/2000, das in acht Tagen endet, vor einem Rekordgewinn. Die Aktien von Siemens, Epcos und Infineon waren am Freitag im frühen Xetra-Handel um bis zu zehn Prozent eingebrochen, nachdem der US-Halbleiterhersteller Intel am Donnerstag für sein drittes Quartal eine Umsatzwarnung veröffentlicht hatte.

Der weltgrößte Computerchip-Hersteller begründete seine revidierte Prognose mit der geringeren Nachfrage in Europa. Beobachter wiesen darauf hin, dass Intel offenbar auf Grund des starken $ Absatzprobleme im Euro-Raum habe. Siemens-Aktien brachen nach der ersten halben Handelsstunde um 7,4 % auf 146,97 Euro ein, Infineon verloren 6,5 % auf 54,95 Euro. Die Papiere des Herstellers von passiven Bauelementen, Epcos , büßten 6,8 % auf 90,85 Euro ein.

Siemens hatte in den ersten neun Monaten (zum 30. Juni) des laufenden Geschäftsjahres seinen Gewinn vor Steuern um 128 % auf 3,556 (1,557) Mrd. Euro mehr als verdoppelt. Der Umsatz war um 15 % auf 54,3 Mrd. Euro geklettert. Siemens-Vorstandschef Heinrich von Pierer hatte bereits vor Wochenfrist in Australien ein Rekordergebnis in Aussicht gestellt. Infineon ewrartet nach früheren Angaben 1999/2000 ein Umsatzwachstum, das über dem auf über 30 % geschätzten Marktwachstum liegt, von etwa 30 %.

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