Nach Kurzschluss abgebrannt
Feuer zerstört israelische Botschaft in Paris

Die israelische Botschaft in Paris ist nach einem Kurzschluss durch einen Großbrand vollständig zerstört worden.

dpa/rtr PARIS. Das Feuer war in der Nacht zum Donnerstag in einem Büro im ersten Stock ausgebrochen und hatte sich sehr rasch auf die höheren Etagen des fünfstöckigen Gebäudes unweit des Prachtboulevards Champs-Elysées ausgebreitet. "Es brannte ab wie eine Streichholzschachtel", sagte der israelische Botschafter Elie Barnavi am Donnerstag.

Das Botschaftsgebäude und das gesamte Inventar seien zerstört worden. Das Feuer brach gegen 02.00 Uhr aus und wurde inzwischen unter Kontrolle gebracht. Die Polizei sperrte die Gegend um das Gebäude im 8. Bezirk ab. Rund 150 Feuerwehrleute seien im Einsatz, sagte ein Sprecher der Feuerwehr.

Der Bürgermeister von Paris, Bertrand Delanoe, sagte, der Brand sei tatsächlich in der Botschaft selbst ausgebrochen. Zuvor hatte ein Feuerwehrsprecher gesagt, es handele sich um ein leerstehendes Gebäude, das zum Botschaftskomplex gehöre und renoviert werde.

Der israelische Botschafter in Frankreich, Elie Barnavi, sagte, möglicherweise habe es sich um einen Unfall gehandelt. Im Grunde gebe es keine Botschaft mehr, sagte Barnavi im Israel Radio. Alles was geblieben sei, sei außerhalb des Gebäudes. Nur die Fassade sei erhalten. "Alles was wir hatten, unsere Computer, unser Archiv, ist zerstört."

Der Polizeichef von Paris, Jean-Paul Proust, bestätigte die völlige Zerstörung der Botschaft. Feuerwehrleute berichteten, die Flammen in dem Altbau seien so intensiv gewesen, dass Steine durch die Hitze geplatzt seien. Zwei Feuerwehrleute seien verletzt worden, als das Stockwerk, in dem sie sich befanden, einstürzte und sie ein Stockwerk tiefer fielen.

Der französische Ministerpräsident Jean-Pierre Raffarin, der sich wie Innenminister Nicolas Sarkozy und Delanoe am Ort des Geschehens aufhielt, sagte, alles was Israel betreffe, sei derzeit sehr ernst zu nehmen. "Wir sind gekommen, um dem israelischen Botschafter und dem israelischen Volk unsere Sympathie und unsere Besorgnis über den Vorfall auszudrücken", sagte Raffarin. Für die Botschaft, die ihre Archive und Informationen verloren habe, sei der Brand ein schwer wiegendes Ereignis.

Im Präsidentenpalast in Paris hieß es, Präsident Jacques Chirac habe mit Botschafter Barnavi telefoniert.

In den vergangenen Monaten hatte es wiederholt Anschläge auf jüdische Einrichtungen in Frankreich gegeben. Im April hatte Barnavi mitgeteilt, er habe einen Brief mit einer Revolverkugel erhalten. In Frankreich leben die größten jüdischen und moslemischen Gemeinschaften in Europa.

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