Nach London und Paris lebt am Rhein die drittgrößte japanische Gemeinde Europas
Asien am Rhein

Wenn nächste Woche die Gäste zur Kunststoffmesse "K" anreisen, gibt sich Düsseldorf weltläufig. Den Japanern ist es zu verdanken, dass gerade die kleine Metropole Düsseldorf mehrere, höchst interessante Adressen fürs fernöstliche Shoppen bietet.

Er wirkt wie eine fremde Galaxie, der Tain-Kim-Heng-Supermarkt: exotische Gerüche, ungewohnte Farben und Formen, Schriften und Zeichen - ein Stück Asien im Düsseldorfer Stadtteil Flingern. Schlangenkopffisch, Babyaale, Milch- und Haifische, Entenfüße und Hähnchenkrallen füllen die Tiefkühltruhe. Und das pralle Angebot in den neonbeleuchteten Regalreihen, in Kartons und großen Säcken ist gigantisch. Man steht fast ratlos vor dem Repertoire an asiatischen Nudeln, Reissorten und Hülsenfrüchten, Gewürzen, Pasten, Saucen und Fischpürees, Instant- und Dosengerichten, Tees und Zuckersorten, getrockneten Blüten und Pilzen, Süßigkeiten, Glückskeksen und Knabbereien, Kochutensilien und kitschigen Tischaccessoires.

Deutsch spricht nur die Kassiererin, aber die ist meist beschäftigt. Also arbeiten sich die Kunden mit dem Einkaufszettel durch die Produktpalette, lesen aufmerksam die deutschen oder englischen Infos auf den Packungsrückseiten und schmunzeln über Übersetzungen wie "Quick Cooking Eiernudeln". Vor den Kühlschränken mit fernöstlichen Kräuter-, Gemüse- und Obstsorten scheitern selbst so manche asiatischen Kunden: Vieles ist noch nicht einmal in Asien-Kochenbüchern aufgeführt.

Im Grunde ist es den Japanern zu verdanken, dass gerade die kleine Metropole Düsseldorf mehrere, höchst interessante Adressen fürs fernöstliche Shoppen bietet. Von den rund 105 200 ansässigen Ausländern sind 14 000 asiatischer Herkunft. Der gesamte fernöstliche Raum ist vertreten, vor allem aber Japaner, Chinesen, Koreaner, Inder, Thailänder, Vietnamesen und Sri-Lanker. Wobei die Japaner mit rund 5 000 Stadtbewohnern am stärksten vertreten sind.

Nach London und Paris lebt am Rhein die drittgrößte japanische Gemeinde Europas, und die hat eine eigene Infrastruktur für alle Alltagsbedürfnisse aufgebaut. Zum einen rund um und auf der Nipponmeile Immermannstraße, wo neben japanischen Büros, Banken, Hotels, Bars und Lokalen auch Lebensmittelläden liegen, die sich am japanischen Geschmack orientieren.

"Hallo, wie geht?s, lange nicht mehr gesehen", ruft der Sohn von Young-Taik Park, dem Geschäftsinhaber des "Shochiku", einem Passanten zu. Der unterbricht auch prompt seinen strammen Gang, um wortreich den Grund des Fernbleibens - ein Krankenhausaufenthalt - zu schildern, man verabschiedet sich mit Handschlag. Die junge Frau des Juniors spaziert derweil mit dem Baby auf dem Arm durch den Laden. Das erinnert stark an einen Tante-Emma-Laden.

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