Nach Medienbericht
Springer bestätigt Gespräche über Kirch Media

Der Axel Springer Verlag hat indirekt bestätigt, gemeinsam mit dem Bauer Verlag für die insolvente Fernsehgesellschaft Kirch Media bieten zu wollen und damit in Konkurrenz zu dem Commerzbank-Konsortium zu treten. "Wir nehmen zu laufenden Gesprächen keine Stellung", sagte eine Springer-Sprecherin am Samstag auf Anfrage.

Reuters FRANKFURT. Zuvor hatte das Nachrichtenmagazin "Spiegel" vorab berichtet, Springer und Bauer wollten ein zweites Konsortium bilden, um gemeinsam in den Bieterwettbewerb um KirchMedia einzusteigen. Die beiden Verlage wollten zu gleichen Teilen die Mehrheit bei KirchMedia übernehmen, seien aber noch offen für interessierte Dritte wie Finanzinvestoren oder andere Medienunternehmen, berichtete der "Spiegel" unter Berufung auf Insider. Sowohl beim Bauer-Verlag als auch bei KirchMedia war zunächst niemand für eine Stellungnahme zu erreichen.

In Kreisen des Springer-Verlages hatte es in der Vergangenheit immer geheißen, Springer sei nur an einer strategischen Beteiligung von mindestens 25 % an KirchMedia interessiert. Ein Sprecher des Bauer-Verlages hatte bereits in der vergangenen Woche ein Interesse des Hamburger Verlags an KirchMedia und Gespräche darüber bestätigt.

Die Bietergruppe aus Commerzbank, WAZ-Gruppe und Columbia Tristar hatte sich am Donnerstag auf die Bildung ihres Konsortiums geeinigt. Demnach solle die neue KirchMedia als Aktiengesellschaft gegründet werden, um sie mittelfristig an die Börse bringen zu können. Zunächst würden Commerbank und WAZ jeweils 40 % und Columbia 20 % am dem neuen Unternehmen halten. Auch dieses Konsortium ist offen für weitere Partner. Der Konsortialvertrag wird nach Angaben von Commerzbank-Kreditvorstand Wolfgang Hartmann voraussichtlich in der nächsten Woche unterzeichnet, weil bei der WAZ und bei Columbia noch Gremienentscheidungen ausstünden.

Springer und der Bauer-Verlag hätten gegenüber der Investmentbank UBS Warburg ihre Interesse an einem Einstieg bei KirchMedia über ein Konsortium bereits schriftlich bekundet, hieß es in dem Magazinbericht weiter. Die neuen KirchMedia-Geschäftsführer Wolfgang van Betteray und Heinz-Joachim Ziems suchen seit dem Insolvenzantrag vom 8. April mit der Unterstützung von UBS Warburg nach Investoren für die Gruppe. Erklärtes Ziel ist es, KirchMedia im Ganzen zu erhalten. Nach den Plänen des Commerzbank-Konsortiums soll die neue KirchMedia im Kern den Film- und Sportrechtehandel sowie die gut 52-prozentige Mehrheit an der Senderfamilie ProSiebenSat.1 Media AG enthalten. Der Sprecher des Bauer-Verlages Andreas Fritzenkötter hatte am Donnerstag "allgemeines Interesse" an KirchMedia bestätigt, aber offen gelassen, ob Bauer nur an Teilen von KirchMedia interessiert ist oder mit anderen für das ganze Unternehmen bieten will.

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