Nach Micron-Gewinnwarnung
Infineon-Aktie gibt nach

Nach einer Gewinnwarnung des US-Chipherstellers Micron Technology hat die Aktie des Konkurrenten Infineon nachgegeben.

dpa-afx FRANKFURT. Der Titel fiel bis 12.15 Uhr um 1,90 % auf 23,72. Im frühen Handel war das Papier für kurze Zeit ins Plus gedreht und bis auf 24,48 Euro gestiegen. Das Börsenbarometer Dax gab gleichzeitig 0,90 % auf 4 994,17 Punkte nach.

Infineon - Intraday-Chart

"Es herrscht große Unsicherheit im Markt", sagte Analyst Ingolf Böhle von Delbrück Asset Management. Daher stammten die hohen Kursschwankungen der Infineon-Aktie der vergangenen Tage, sagte er. Das Nettoergebnis des US-Konkurrent Micron Technology sei im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres drastisch eingebrochen. Der Ausblick zeige, dass zwar die Talsohle erreicht worden sei, der Aufschwung in der Halbleiterindustrie aber noch auf sich warten lasse.

Der Analyst Theo Kitz von Merck Finck & Co. machte zudem die verschiedenen Einschätzungen des Abbruch der Kooperationsgespräche mit Toshiba für die Kursschwankungen verantwortlich. Am Markt herrschten unterschiedliche Meinung darüber, ob das Scheitern der Gespräche mit Toshiba positiv oder negativ aufzufassen sei. Zudem nähmen vor allem Fonds zum Jahresende Gewinne mit, sagten Händler.

Experte: Infineon braucht einen Partner

"Es ging auch die Angst um, dass die Spot-Preise für die DRAM-Chips wieder fallen könnten", sagte Kitz. Die südkoreanischen Halbleiterhersteller Samsung Electronics und Hynix Semiconductor hätten zwar die Preise für DRAMs zum zweiten Mal in diesem Monat erhöht. Dennoch gebe es noch Zweifel, ob der Aufschwung der Branche eine ausgemachte Sache sei. Noch produzierten die Unternehmen ihre Chips momentan unter der Gewinnschwelle, sagte der Analyst.

"Auf dem Halbleitermarkt gibt es Überkapazitäten, die erst einmal abgebaut werden müssen", sagte Marktstratege Robert Halver von der Schweizer Privatbank Vontobel. Längerfristig werde sich die Muttergesellschaft Siemens aus dem Unternehmen zurückziehen. Infineon werde es ohne einen Partner schwer haben. Nun müßten die Münchner einen neuen Partner finden, was nicht so einfach sei, denn der Halbleiterhersteller brauche einen Partner aus der "ersten Liga". "Toshiba wäre nicht schlecht gewesen", sagte Halver und fügte hinzu: "Die Japaner haben einen Namen, den Infineon nicht hat."

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