Nach Microsoft-Gewinnwarnung
Neuer Markt auf Talfahrt

Der letzte Handelstag der Woche bescherte den Wachstumswerten am Frankfurter Neuen Markt eine böse Überraschung.

dpa-afx FRANKFURT. Denn nach der Gewinnwarnung des Software-Konzerns Microsoft in den USA und den Verlusten an der Wall Street gewann die Talfahrt in Frankfurt noch an Tempo. "Wir haben den Versuch einer Bodenbildung", sagte Guiseppe-Guido Amato, Analyst bei Lang & Schwarz. Doch noch sei keine Entwarnung angesagt: Sollte der Nemax 50 in den kommenden Tagen unter der 3 000er-Marke enden, dann würde ein Absturz ins Bodenlose folgen. Am Freitag blieb der Nemax 50 mit einem Verlust von 8,80 % auf 3 002,07 Punkte nur ganz knapp über dieser Marke. Der alle Werte umfassende Nemax All-Share büßte 6,46 % auf 2 974,86 Zähler ein.

Es fehlen positive Impulse

"Es fehlt das reinigende Gewitter", sagte Amato. Der momentane Zustand lähme den Handel am Neuen Markt. Die Stimmung sei gedrückt, Anleger agierten immer lustloser. Es fehlten die positiven Impulse.

Einziger Gewinner im Nemax 50 war am Ende die Brokat AG, die entgegen dem Trend um 1,41 % auf 32,45 Euro zulegte. Erst in den letzten Handelsminuten rutschte auch Ricardo.de mit 0,67 % auf 10,37 Euro ins Minus. Das Internet-Auktionshaus hatte eigentlich während des ganzen Handelstages noch von der geplanten Abschaffung des Rabattgesetzes profitiert.

Dies hatte am Donnerstag auch die Aktie des Internethändlers buch.de nach oben gezogen. Am Freitag büßten dessen Papiere ihre Vortagesgewinne mit Minus 22,90 % auf 2,02 Euro aber wieder ein. Für Bücher gilt in Deutschland auch nach dem Wegfall des Rabattgesetzes eine Preisbindung.

Im Minus stand auch der Konzertveranstalter Deutsche Entertainment. Die Übernahme von Millenium Concert, die unter anderem die Udo-Jürgens-Tournee betreuen, interessierte den Markt wenig. Das Papier verbilligte sich um 8,79 % auf 28,00 Euro.

Auch EM.TV und Infomatec auf Talfahrt

Weiter auf Talfahrt war bei vergleichsweise großem Handelsvolumen EM.TV. Die Aktie des Münchener Filmlizenzhändlers büßte 8,80 % auf 5,70 Euro ein. Mit Infomatec verbuchte ein weiterer Wert, der zur Zeit heftig in der Kritik steht, Verluste. Die Schutzgemeinschaft der Kleinaktionäre (SdK) hatte angekündigt, dass sie gegen die beiden ehemaligen Vorstände von Infomatec Schadensersatzklage erheben werde. Die Aktien des Softwareunternehmens rutschten um 16,16 % auf 1,66 Euro ab.

Die beiden Infomatec-Gründer Gerhard Harlos und Alexander Häfele sitzen derzeit in Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen Kursbetrug, verbotene Insider-Geschäfte und falsche Darstellung der Unternehmensverhältnisse vor. Auch bei EM.TV ermittelt die Staatsanwaltschaft.

Infomatec gehört im übrigen ebenso wie Ricardo.de, Teldafax und Teles zu den Werten, die von Montag an nicht mehr im Nemax 50 gelistet sind. Dieser Wechsel, so Analyst Amato, habe aber nicht für Unruhe gesorgt. Dazu seien die Werte zu klein gewesen.

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