Nach Milliarden-Investitionen
Online-Anbieter warten auf die UMTS-Handys

Nachdem der Aufbau des UMTS-Netzes begonnen hat, laufen die Planungen bei den Internet-Anbietern für die die neuen Handys an. Nicht zuletzt an ihren Angeboten liegt es, ob UMTS ein Erfolg wird.

Reuters BERLIN. Nachdem der Aufbau des UMTS-Netzes begonnen hat, laufen die Planungen bei den Internet-Anbietern für die die neuen Handys an. Nicht zuletzt an ihren Angeboten liegt es, ob UMTS ein Erfolg wird und die Milliarden-Investitionen sich lohnen. "Wir wollen mehr oder weniger dieselben Services anbieten wie im Internet, aber handygemäß aufbereitet", sagt der Firmensprecher von America Online Deutschland (AOL), Carsten Meincke. Bei T-Mobil rechnet man damit, dass vor allem das Herunterladen von Musiktiteln oder Videoclips für die Nutzer attraktiv ist. "Wir gehen davon aus, dass sich UMTS sehr gut und schnell durchsetzen wird", sagt T-Mobil-Sprecher Philipp Schindera.

AOL ist nach eigenen Angaben gerade dabei, Gespräche mit den UMTS-Lizenzinhabern aufzunehmen. "Wir sind offen für alle Arten von Partnerschaften", sagt Meincke. Bei den Verhandlungen spiele vor allem der Preis für den Endnutzer eine Rolle. Denn wenn dieser zu hoch sei, würde der Service nicht angenommen. Besonders Musik, Informationen über Finanzen und Reisen, Nachrichten und Spiele wolle AOL auf die UMTS-Handys schicken. "Der mobile Kunde soll sein Aktiendepot abfragen oder sich einen Videoclip anschauen können." Dabei müssten die Angebote so gestaltet sein, dass sie auch auf einem kleinen Monitor mit ein paar Klicks abrufbar seien. Zusätzlich eröffne die neue Handy-Generation eine neue Möglichkeit: Da der Diensteanbieter wisse, an welchem Ort der Kunde gerade ist, könnten lokale Angebote wie Veranstaltungs- oder Hoteltipps gezielt verschickt werden.

Im Moment zweifelten viele potenzielle Kunden an den Vorteilen von UMTS, räumt Schindera ein. Es sei ähnlich wie vor der Einführung der Mobiltelefone. Damals hätten sich einige gefragt, warum sie denn ihr Telefon mitnehmen sollten, da sie doch am besten zu Hause telefonieren könnten. UMTS biete jedoch einen großen Zugewinn an Bequemlichkeit. "Wann immer man will und wo immer man will, kann man ins Internet", sagt Schindera. Mobile Datendienste kämen schon jetzt sehr gut an. T-Mobil habe mehr als eine halbe Million WAP-Handys verkauft, die pro Kunde im Schnitt zwischen 15 und 20 Minuten im Monat genutzt würden. "Die Zuwachsraten sind enorm", betont Schindera. In Branchenkreisen wird geschätzt, dass knapp ein Jahr nach Markteinführung rund 1,2 Mill. WAP-Handys in Deutschland genuzt werden. Damit stehen die Vorzeichen für den UMTS-Start sehr gut.

Auch für den mobilen Handel, den so genannten M-Commerce, bieten sich mit UMTS neue Chancen. Lufthansa etwa erhoffe sich von den neuen Handys die Möglichkeit für breitere Angebote, sagte die zuständige Leiterin, Astrid Oppelt. "WAP ist sehr eingeschränkt durch die hohen Telefonkosten für die Kunden und die geringe Datenmenge, die übertragen werden kann." Das Potenzial für die mobilen Dienste sei dennoch enorm. Schon jetzt würden täglich rund 1000 Kunden Abflug- und Ankunftzeiten über WAP abfragen. Von Mitte Oktober an sollen Kunden, die ein elektronisches Ticket gebucht haben, per WAP-Handy einchecken können. Generell sei jedoch die Sicherheit eines der wesentlichen Kritierien für die Kunden. Ein möglicher Ticketverkauf per Handy hänge davon ab, ob garantiert werden könne, dass mit den Daten kein Mißbrauch getrieben werde.

Schindera erwartet eine Gründerwelle von UMTS-Diensteanbietern. "Schon jetzt arbeiten wir für unser WAP-Portal fast täglich mit mehr Firmen zusammen, die neue Services bieten". Im Vergleich zu UMTS sei WAP jedoch bescheiden, etwa wie Videotext im Verhältnis zu den Möglichkeiten des Internets. Mit der neuen Technik könne man "eine ganze Menge mehr machen". Im Moment ist es nach Schinderas Einschätzung für die konkrete Entwicklung von UMTS-Angeboten noch ein wenig zu früh. "Aber die Dynamik in diesem Markt ist unglaublich groß.

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