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Nach Monaco-Crashs: Unfallgegner ganz zahm

Nürburgring (dpa) - Vor der Revanche auf dem Nürburgring sollten sich die Unfallgegner von Monaco keinesfalls noch einmal in die Quere kommen.

Nürburgring (dpa) - Vor der Revanche auf dem Nürburgring sollten sich die Unfallgegner von Monaco keinesfalls noch einmal in die Quere kommen.

Während sich Michael und Ralf Schumacher bei der offiziellen Pressekonferenz vor dem Großen Preis von Europa am Nürburgring als erste den Medien stellen mussten, beorderte der Automobil-Weltverband FIA mit einigen Minuten Abstand Juan Pablo Montoya und Fernando Alonso auf das Podium. Nach den Crashs von Monaco gaben sich die Kontrahenten zahm, doch waren sie sich keiner Schuld bewusst.

«Das Ganze ist jetzt Geschichte», sagte Formel-1-Weltmeister Michael Schumacher, der sich nicht länger mit dem Vorfall im Tunnel des Stadtkurses von Monte Carlo beschäftigen will. Klar ist aber, dass auch nach vier Tagen der Ärger nicht ganz verraucht ist. Williams-BMW-Pilot Montoya war dem Ferrari - Fahrer in einer Safety-Car-Phase von hinten in das Auto gefahren, nachdem Schumacher scharf gebremst hatte. Der Titelverteidiger schied aus. «Der Hintermann muss auf den Vordermann achten», wiederholte der 35-jährige Kerpener seine Sicht der Dinge.

Die Rennkommissare hatten den Crash als normalen Rennunfall gewertet. Auch mit gewissem Abstand zeigte sich Schumacher nicht «100-prozentig einverstanden» mit dem Urteil und kündigte an, dass bei einer Sitzung der Fahrervereinigung GPDA noch einmal darüber gesprochen werde. Der Kolumbianer Montoya war sich keiner Schuld bewusst: «So etwas passiert. Es tut mir aber Leid, dass Michael so ausgeschieden ist.»

Auch im Fall Ralf Schumacher gegen Fernando Alonso wiederholten die beiden Unfallparteien ihre Ansichten. Der spanische Renault-Pilot war beim Überrunden von Ralf Schumacher ebenfalls im Tunnel gegen die Wand gekracht und hatte seine Siegchance spektakulär eingebüßt. «Ralf ist auf der Innenseite geblieben», beschwerte sich Alonso noch einmal über das aus seiner Sicht unfaire Verhalten des Williams-BMW-Fahrers. «Es war nicht mein Fehler», sagte Ralf Schumacher erneut.

Die Chance zur Revanche kommt beim Heimrennen der Schumachers auf dem Nürburgring. Die Ausgangssituation der Brüder ist vor dem Großen Preis von Europa denkbar unterschiedlich. Während Michael trotz des Ausfalls in Monaco als souveräner WM-Spitzenreiter (50 Punkte) in die Eifel fährt, hat Ralf als Siebter wenig Aussichten, seinen Vorjahressieg zu wiederholen.

Er begrüßte indes die Beförderung seines ehemaligen Renningenieurs Sam Michael zum Technischen Direktor bei Williams als Konsequenz aus der bisher unbefriedigenden Saison des britisch-deutschen Teams. «Das hilft dem Team definitiv weiter», sagte er. Verbesserungen erwarte er aber nicht «über Nacht». Auswirkungen auf seine persönliche Situation sieht er allerdings nicht: «Das hat nichts damit zu tun.»

Der bisherige Williams-Chefingenieur Michael war auf den einflussreichen Posten des Technischen Direktors gehoben worden. Der Australier löste Patrick Head ab, der sich aus dem Alltagsgeschäft zurückzieht und langfristige Strategien entwickeln soll. Der 57-jährige Head, der mit 30 Prozent an Williams beteiligt ist, gilt teamintern als einer der schärfsten Kritiker von Ralf Schumacher. Die Formel-1-Zukunft des 28-jährigen Kerpeners ist noch immer offen. «Ich werde weiter in der Formel 1 fahren, aber ich weiß noch nicht wo.»

Ralf Schumacher wird vor allem mit Toyota in Verbindung gebracht. Doch die Japaner wollen sich mit der Bekanntgabe der Entscheidung, wer 2005 für sie fährt, Zeit lassen. «Das wird in der zweiten Saisonhälfte geschehen, wenn sie gefallen ist», sagte Teamchef Tsutomu Tomita der dpa auf dem Nürburgring.

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