Nach monatelangem juristischen Tauziehen
Kolumbien liefert Drogenboss an die USA aus

Nach monatelangem juristischen Tauziehen hat Kolumbien den einst mächtigen Drogenboss Fabio Ochoa an die USA ausgeliefert. Der 44-Jährige, der Anfang der 90er Jahre Finanzchef des früheren Drogenkartells von Medellin und rechte Hand des 1993 erschossenen Pablo Escobar war, befand sich am Sonntag in einer Haftanstalt in Miami (Florida).

dpa BOGOTA/WASHINGTON. Die US-Behörden werfen ihm vor, Kokain im Wert von bis zu einer Milliarde Dollar im Monat in die Vereinigten Staaten und nach Europa geschmuggelt zu haben. Bereits am Montag soll er einem Bundesrichter vorgeführt werden.

Das US-Außenministerium nannte die Auslieferung Ochoas einen "wichtigen Sieg für das kolumbianische Rechtssystem". Zugleich wurden US-Bürger in Kolumbien wegen möglicher Vergeltungsmaßnahmen der Drogenmafia zu besonderer Vorsicht aufgerufen.

Ochoa, den der kolumbianische Radiosender Caracol als "lebende Legende" der Drogenbanden des Landes bezeichnete, war am Samstagmorgen an Bord einer Sondermaschine in Miami eingetroffen. Festgenommen worden war er am 13. Oktober 1999 bei einer Razzia gegen Drogenhändler. Der Ochoa-Clan hatte in den vergangenen Monaten eine kostspielige Kampagne mit Plakaten und Pressekontakten sowie im Internet gegen die Auslieferung des jüngsten von insgesamt acht Brüdern gestartet.

Ochoa selbst hat immer wieder betont, er habe sich seit 1990 nichts mehr zu Schulden kommen lassen. Damals hatte er sich den Behörden gestellt, um von einer Strafminderung für reuige Drogenhändler zu profitieren. Schon 1996 wurde er daher wieder freigelassen. Nach Angaben der Justiz geht aus abgehörten Telefongesprächen jedoch hervor, dass er erneut am Schmuggel von Kokain beteiligt war. Die Bande soll monatlich bis zu 30 Tonnen Kokain über Mexiko in die USA geschmuggelt haben.

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