Nach monatelangen Ermittlungen
Anklage gegen Ex-FCK-Führung erhoben

Die Staatsanwaltschaft Zweibrücken hat am Mittwoch beim Landgericht Kaiserslautern Anklage gegen die ehemalige Führung des Fußball-Bundesligisten 1. FC Kaiserslautern erhoben.

HB ZWEIBRÜCKEN. Dem früheren Vorstandschef Jürgen Friedrich, Ex-Aufsichtsratschef Robert Wieschemann sowie Ex-Vorstandsmitglied Gerhard Herzog werden Untreue und Steuerhinterziehung in Höhe von 5,1 Mill. Euro vorgeworfen. Das Landgericht muss nun über die Zulassung der Anklage und die Eröffnung des Hauptverfahrens entscheiden.

Nach monatelangen Ermittlungen ist die Staatsanwaltschaft zu der Überzeugung gelangt, dass die ehemalige FCK-Führung bei der Verpflichtung einer Reihe von Spielern nicht rechtens gehandelt hat. Die Behörde wirft den Angeschuldigten in acht Fällen vor, wesentliche Teile der Spielerverträge sowie einen Medienvertrag ohne die erforderliche Kenntnis beziehungsweise Genehmigung des Aufsichtsrates abgeschlossen zu haben.

In fünf Fällen wird der Ex-Führung Steuerhinterziehung vorgeworfen. Dabei geht es um Vereinbarungen zur Ablösung von Persönlichkeitsrechten, die nach Ansicht der Staatsanwaltschaft den Spielern als verdeckte Gehaltszahlungen zugekommen sind. So hatte der Verein nach der Verpflichtung des französischen Weltmeisters Youri Djorkaeff im August 1999 innerhalb von zwei Jahren insgesamt 11,8 Millionen Mark an zwei Schweizer Firmen überwiesen - mehr als das Doppelte dessen, was Djorkaeff bis zu seinem vorzeitigen Abschied im Februar 2002 als Gehalt bei den Pfälzern kassierte.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt daher auch gegen den Franzosen wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung. Ins Visier der Fahnder sind außerdem die beiden ehemaligen FCK-Spieler Taribo West und Jeff Strasser sowie die noch unter Vertrag stehenden Nenad Bjelica und Lincoln geraten.

Der ehemaligen Vereinsführung droht zusätzlich von Seiten ihrer Nachfolger weiteres Ungemach. FCK-Vorstandschef René C. Jäggi hatte schon vor Wochen angekündigt, das Trio auf Schadensersatz in Höhe von 8,9 Millionen Euro zu verklagen. Diese Summe muss der Bundesligist bis zum 30. September als Steuerschuld an das Finanzamt Kaiserslautern nachzahlen. Wegen Unregelmäßigkeiten bei den Lizenzierungsverfahren der vergangenen Jahre hatte die Deutsche Fußball Liga (DFL) den 1. FC Kaiserslautern vor Saisonbeginn bereits mit dem Abzug von drei Punkten und einer Geldbuße von 125 000 Euro betraft.

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