Nach Nasdaq-Verlusten
Europäische Börsen im Minus

Die europäischen Börsen sind am Dienstag im Sog der Verluste an der US-Technolgiebörse Nasdaq teilweise deutlich schwächer aus dem Handel gegangen. Die Besorgnis um die weitere Entwicklung der US-Konjunktur habe erneut um sich gegriffen, sagten Händler.

Reuters FRANKFURT. Die Telekom - und Technologiewerte, die sich nach den kräftigen Verlusten vom Montag zunächst erholen konnten, drehten gegen Ende des Handelstages ins Minus. Hohe Nachfrage verzeichneten die Papiere der drei Stahlunternehmen Usinor, Arbed und Aceralia, die sich nach eigenen Angaben zum weltweit größten Stahlkonzern zusammenschließen wollen. Die Aktien waren seit vergangenem Donnerstag vom Handel ausgesetzt.

Nachdem die US-Finanzmärkte am Montag auf Grund des Feiertages President's Day geschlossen blieben, verlor der Nasdaq-Index bis zum Dienstagabend (MEZ) 2,92 % auf 2 353,99 Punkte, während der Dow Jones fast unverändert bei 10 793,43 Stellen tendierte.

Der Stoxx-50-Index für die größten Unternehmen aus der EU und der Schweiz fiel bis gegen 19.30 Uhr MEZ um 1,13 % auf 4 235,72 Punkte, während der Euro-Stoxx-50-Index für die Standardwerte aus der Europäischen Währungsunion (EWU) um 0,79 % auf 4 480,50 Punkte nachgab.



London: Zukunftssorgen belasten

An der Londoner Börse hat der FTSE nach Aussagen von Marktteilnehmern auf Grund der Besorgnis über die weitere konjunkturelle Entwicklung auf einem 16-Monats-Tief geschlossen. Das Börsenbarometer verlor 1,87 % auf 5 980,1 Punkte. "Was wir sehen, ist eine Vertrauenskrise", sagte ein Broker. Kräftige Verluste verbuchten die Schwergewichte Vodafone und GlaxoSmithKline , die sich um 4,04 % auf 197-2/73 Pence beziehungsweise um 3,91 % auf 1867-40/43 Pence verbilligten. Auch die Banken-Titel verzeichneten starke Kurseinbußen. Lloyds TSB verloren 3,06 % auf 649-1/9 Pence und Halifax 3,95 % auf 675-24/71 Pence.



Zürich: SMI setzt Talfahrt fort

Die Schweizer Aktienwerte haben ihre Talfahrt am Dienstag fortgesetzt. Der SMI büßte 0,81 % auf 7 705,60 Zähler ein. Insgesamt sei das Geschäft bei geringen Umsätzen ruhig verlaufen, sagten Marktteilnehmer. Nachdem das Börsenbarometer mehrere Unterstützungslinien durchbrochen habe, werde der SMI in den kommenden Wochen voraussichtlich weiter deutlich nachgeben. SAirGroup rutschten nach Meldungen über hohe Verluste mehrerer Töchter um 6,88 % auf eine Mehrjahrestief bei 209,75 sfr ab. Unter Druck standen standen auch die Schwergewichte Novartis und Roche , deren Aktien sich um 1,1 % auf 2795 sfr beziehungsweise um 0,59 % auf 15 160 sfr verbilligten. Vor der bevorstehenden Veröffentlichung von Geschäftszahlen gaben Nestle um 0,86 % auf 3440 sfr und UBS um 1,26 % auf 273,50 sfr nach.



Paris: CAC40 folgt Technologiewerten

In Paris ist das Börsenbarometer den Technologiewerten ins Minus gefolgt. Der CAC40 verlor 0,64 % auf 5 548,74 Zähler. Alcatel und STMicroelectronics büßten nach der Reduzierung der Ergebnisprognosen durch eine Investmentbank 2,41 % auf 48,55 Euro beziehungsweise 2,29 % auf 41 Euro ein. Orange erholten sich nach den vorangegangenen Verlusten um 1,13 % auf 8,95 Euro, konnten ihr Tageshoch von 9,10 Euro allerdings nicht halten. Die Muttergesellschaft France Telecom legte 1,1 % auf 68,85 Euro zu. Die Aktien der Usinor, die mit der Luxemburger Arbed und der spanischen Aceralia fusionieren will, festigten sich unterdessen um 7,26 % auf 15,07 Euro. Sanofi-Synthelabo legten nach der Veröffentlichung von Geschäftszahlen zunächst kräftig zu, schlossen allerdings 1,57 % niedriger bei 62,85 Euro. Händler machten fehlende Gewinnprognosen des Unternehmens hierfür verantwortlich.



Mailand: Mib30 auf 13-Monats-Tief

Die italienischen Aktienwerte sind am Dienstag auf einem 13-Monats-Tief aus dem Handel gegangen. Der Mib30 verlor 1,71 % auf 41 100 Punkte. Händler führten die Verluste auf die schwachen internationalen Vorgaben zurück. Die Telekom-Werte konnten sich in positivem Territorium behaupten. Olivetti gewannen 0,34 % auf 2,385 Euro und Telecom Italia schlossen knapp im Plus bei 11,93 Euro. Seat legten nach vorangegangenen Verlusten 0,86 % auf 1,65 Euro zu.



Aceralia mit Kurssprung in Madrid

Der madrilenische Aktienmarkt hat trotz eines Kurssprungs bei Aceralia tiefer geschlossen. Der Ibex verlor 1,83 % auf 9 680,5 Zähler. Die Stimmung sei durch die internationalen Vorgaben belastet worden, sagten Börsianer. Aceralia, die mit der französischen Usinor und der Luxemburger Arbed fusionieren wollen, legten um 27,58 % auf 14,20 Euro zu. Kräftige Verluste verbuchten dagegen Banco Santander Central Hispanico (BSCH) und Banco Bilbao Vizcaya Argentaria (BBVA), die sich um 4,03 % auf 11,42 Euro beziehungsweise um 1,61 % auf 16,47 Euro verbilligten. Händler führten die Kursrückgänge auf Besorgnis um das Lateinamerika-Geschäft der beiden Banken zurück. BSCH sei zusätzlich von einer großen Verkaufsorder einer Investmentbank belastet worden. Die Titel des Schwergewichts Telefonica drehten gegen Sitzungsende ins Minus und schlossen 2,09 % tiefer bei 18,23 Euro.



Amsterdam: Aex auf 14-Monats-Tief

Der niederländische AEX ist Händlern zufolge auf Grund der schwachen Vorgaben der Nasdaq am Dienstag auf einem 14-Monats-Tief aus dem Handel gegangen. Das Börsenbarometer schloss 0,2 % niedriger bei 611,19 Punkten. Die Umsätze hätten sich allerdings in Erwartung wichtiger US-Konjunkturdaten auf niedrigem Niveau bewegt. KPN legten 2,16 % auf 13,26 Euro zu. Marktteilnehmer führten dies einerseits auf den positiven internationalen Branchentrend und andererseits auf die die Ankündigung der Deutschen Telekom, sich zum Schuldenabbau von Beteiligungen zu trennen, zurück. Trotz der Nasdaq-Verluste erholten sich ASM Lithography und Getronics nach den Verlusten vom Montag. Die Aktien verteuerten sich um 2,11 % auf 26,66 Euro beziehungsweise um 2,36 % auf 6,95 Euro. UPC setzten mit einem Minus von 2,69 % auf 10,85 Euro ihre Talfahrt vom Vortag fort, nachdem die Inhaber von UPC-Anleihen die Übernahme von 25 % an der britischen Telewest verhindert hatten.



Wiener Aktienmarkt gegen den Trend fester

Die österreichischen Aktienwerte tendierten am Dienstag gegen den europäischen Trend fester. Der ATX gewann 1,49 % auf 1 209,65 Punkte. Getragen wurde der Anstieg Händlern zufolge von den Gewinnen bei VA Tech. Die Aktien stiegen bei nach den Worten von Marktteilnehmern "sensationellen" Umsätzen um 10,01 % auf 36,50 Euro. Ähnliche Wachstumsraten wiesen Mayr-Melnhof auf, die um 10,35 % auf 56,50 Euro anzogen. Nach den Gewinnmitnahmen vom Montag festigten sich Böhler-Uddeholm vor der bevorstehenden Veröffentlichung von Geschäftszahlen um 3,58 % auf 41,65 Euro. Eine Prognose für die weitere Entwicklung ist nach Ansicht von Experten schwierig. Eigentlich seien viele Titel bereits jetzt überkauft. Es könne aber auch sein, dass der Markt einfach weiter steige.



Arbed in Brüssel gefragt

In Brüssel sind die Aktienwerte im Sog der Verluste von Fortis und Dexia leichter aus dem Handel gegangen. Die beiden Schwergewichte verbilligten sich um 0,37 % auf 32,31 Euro beziehungsweise um 0,85 % auf 174,40 Euro. Experten machten bei ersteren die jüngsten Aussagen des Fortis-Chefs, denen zufolge Fusionen keine Priorität besäßen, für die Verluste verantwortlich. Bei Dexia habe sich der Fall unter die Unterstützungslinie bei 176 Euro belastend ausgewirkt. Der Bel20 schloss 0,25 % niedriger bei 2992,98 Stellen. Einen kräftigen Kurssprung verzeichnete die Papiere des Luxemburger Stahlkonzerns Arbed, der mit der französischen Usinor und der spanischen Aceralia fusionieren will. Die Aktien legten 46,82 % auf 124,80 Euro zu.



Stockholm: Nasdaq belastet Ericsson und Nokia

Die Stockholmer Börse hat nach Händleraussagen unter dem Druck der nachgebenden Schwergewichte Ericsson und Nokia Kursverluste verzeichnet. Im Sog der schwachen Nasdaq verbilligen sich die Aktien um 1,7 % auf 86,50 skr beziehungsweise um 2,13 % auf 252,50 skr. Bei den Finanztiteln legten Handelsbanken nach Vorlage von Geschäftszahlen 1,29 % auf 157 skr zu, während SEB nach der Veröffentlichung von nach Einschätzung von Experten enttäuschenden Ergebnissen um 3,6 % auf 107 skr abrutschten.

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