Nach negativen US-Vorgaben
Dax baut Verluste kräftig aus

Schwache Konjunkturdaten aus Deutschland und den USA haben am Dienstag die Stimmung an den Aktienmärkten deutlich eingetrübt. Ein zusätzlicher Belastungsfaktor für den Deutschen Aktienindex (Dax) waren die massiven Kursverluste der Deutschen Telekom.

HB/dpa/vwd FRANKFURT. Das US-Konsumentenvertrauen im November habe unter den Erwartungen gelegen, begründeten Händler die Kursverluste. Da konnten auch positive Konjunkturmeldungen aus Deutschland nicht gegenhalten. Der Dax gab um 3,26 Prozent auf 3 191,63 Punkte nach. Am Neuen Markt fiel der Auswahlindex Nemax 50 um 2,17 Prozent auf 439,60 Punkte. Der MDax der 70 mittleren Unternehmen pendelte um den Schlussstand des Vortages mit einem Abschlag von 0,01 Prozent auf 3122,78 Zähler.

Zwar übertraf das US-Bruttoinlandsprodukt im dritten Quartal die Prognosen, woraufhin die Kurse leicht anzogen. Bereits kurz danach wurde aber bekannt, dass sich das Vertrauen der US-Verbraucher im November nicht so stark erholt hat, wie Volkswirte angenommen hatten. Danach gaben die Kurse auf breiter Front nach. "Die US-Daten haben die Kurse kräftig unter Druck gesetzt", sagte ein Aktienhändler.

Technisch ist der Dax nun unter eine wichtige Unterstützung bei 3.250 Stellen gerutscht. Ein Händler nannte die Abgaben "nicht dramatisch" für den Fall, dass am Mittwoch eine klare Erholung folgen sollte. Sollte diese aber ausbleiben, könne der Dax neue Marken ins Visier nehmen. Man müsse sich dann womöglich auf Dax-Stände knapp unterhalb von 3 000 Zählern einstellen, lautete die düstere Prognose. Erschwerend komme die durch den Feiertag "Thanksgiving" verkürzte Handelswoche in den USA hinzu. Diese dürfte die ohnehin schwache Dynamik am deutschen Markt zusätzlich bremsen, hieß es.

Daneben belastete den Dax die deutlich nachgebende T-Aktie. Sie war Tagesverlierer. Hier kursierten Gerüchte, denen zufolge die Deutsche Telekom Aktien der Tochter T-Online platzieren wolle. Auch wirkten sich negative Analystenkommentare zum britischen Telekom-Konzern Vodafone auf die Deutsche Telekom aus. Und schließlich sehe auch der Aktien-Chart "hoffnungslos" aus, wie ein Händler sagte. Das Papier könne weiter bis auf 10,50 Euro fallen. Deutsche Telekom gaben um 6,1 Prozent auf 11,30 Euro nach.

Technologie-Werte gaben ihre Gewinne nach guten US-Vorgaben vom Vortag gänzlich wieder ab. Infineon rutschten wieder unter die 10-Euro-Marke, das Minus betrug am Ende 5,8 Prozent auf 9,56 Euro. Auch Epcos konnten die zwischenzeitlichen Aufschläge nicht halten, schlossen allerdings immerhin unverändert bei 14,84 Euro. Zuvor waren sie noch von einer angekündigten Preiserhöhung von Intel beflügelt worden. Siemens verbilligten sich um 3,2 Prozent auf 48,34 Euro.

Allianz tendierten leichter als der Gesamtmarkt. "Eventuell belastet wurden die Titel durch eine Aktienplatzierung von ING", so ein Beobachter. Zudem hatte die Rating-Agentur Fitch die Allianz auf ihre Beobachtungsliste mit negativer Implikation gesetzt. Die Senkung der Überschussbeteiligung für Lebensversicherungen durch die Allianz sei dagegen erwartet worden und habe kaum eine Rolle gespielt. Allianz verloren 5,8 Prozent auf 107,44 Euro. Münchener Rück gaben um 2,8 Prozent auf 143,92 Euro nach.

Auch Daimler-Chrysler litten im Tagesverlauf zunehmend unter dem schwachen Gesamtmarkt. Sie fielen um 2,6 Prozent auf 34,11 Euro. Anfangs hatten sie noch von der Rally der Automobilwerte am Montag in den USA sowie vom stärkeren Dollar und Fortschritten bei der Brennstoffzelle profitiert. Auch der US-Dollar gab aber zum Euro im Verlauf des Nachmittags wieder etwas nach. BMW schlossen etwas leichter. Die Aktie hatte zuletzt bei weitem nicht so zugelegt wie die des Stuttgarter Mitbewerbers, lautete die Begründung für die geringeren Verluste bei BMW. VW gaben am Schluss stark nach und gingen mit einem Minus von 2,4 Prozent auf 38,69 Euro aus dem Handel.

Erstaunlich robust zeigten sich dagegen MAN. Nach Ansicht eines Händlers profitierten sie weiter von den guten Zahlen, insbesondere bei den Auftragseingängen für das kommende Jahr. "Nach den Zahlen haben die Anleger neues Vertrauen in die Aktie gefasst". Nun deckten sich Investoren, die sich zwischenzeitlich von MAN getrennt hatten, vor Jahresende wieder mit der Aktie ein, lautete die Begründung für das Kursplus. MAN kletterten um 0,7 Prozent auf 13,60 Euro.

Der MDax zeigte sich im Gegensatz zum Dax unverändert bei 3 123 Punkten. In diesem Segment legten Beate Uhse nach der Veröffentlichung von Zahlen um ein Prozent auf 10,28 Euro zu, Leoni kletterten ebenfalls nach Zahlen um 5,9 Prozent auf 28,80 Euro. Drägerwerk rückten um 4,2 Prozent auf 17,00 EUR vor, auch dies nach Bekanntgabe von Quartalszahlen. Vor Veröffentlichung von Drittquartals- und Neunmonatszahlen am Donnerstag standen Jenoptik unter Druck und verloren 4,4 Prozent auf 11,86 Euro.

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