Nach Nein zu "Designer-Baby"
Britisches Paar sucht Hilfe in USA

Nachdem britische Behörden einem Ehepaar ein so genanntes Designer-Baby zur Rettung seines schwer kranken dreijährigen Sohnes versagt hatten, will das Paar nun Hilfe in den USA suchen.

HB LONDON. Die britische Aufsichtsbehörde für Befruchtung und Embryologie (HFEA) hatte den Antrag abgewiesen, durch eine Untersuchung des Embryos auf übereinstimmende Gewebmerkmale vor Einsetzen in die Gebärmutter festzustellen, ob sich das neue Kind als Spender für die benötigten Zellen eigne.

Der erste Sohn des Paares leidet an einer Blutarmut, der so genannten Diamond Blackfan Anämie. Er wird derzeit nur durch schmerzhafte Bluttransfusionen am Leben erhalten. Die Ärzte halten eine Heilung für möglich, wenn sie innerhalb der nächsten 18 Monate die Stammzellen aus der Nabelschnur eines geeigneten Spenders in das Rückenmark des Kranken transplantieren könnten. Die Chance, dass das Ehepaar ein solches Kind zur Welt bringt, liege jedoch bei 1:4. Deswegen hatte das Paar beantragt, mehrere Eizellen befruchten und dann feststellen lassen zu dürfen, welcher Embryo dafür in Frage komme.

Die Kontrollbehörde wies den Antrag am Donnerstagabend zurück: Dies sei nur möglich, wenn es darum gehe, zu verhindern, dass auch das neue Kind an der Anämie erkranke. Diese Chance sei aber mit 1:50 relativ gering. Eine Untersuchung des Embryos nur zum Zweck, die Eignung für eine Transplantation festzustellen, sei jedoch nicht zulässig. Anfang des Jahres hatte die Behörde in einem ähnlichen Transplantationsfall die vorherige Untersuchung erlaubt, weil es um die Blutkrankheit Thalassämie ging, die in dem Fall ein akutes Risiko auch für das neue Baby bedeutet hätte.

Der Vater des kranken Jungen sagte, man sei bereits mit einer Klinik in den USA im Gespräch, wo diese Frage gänzlich anders behandelt werde und ein Untersuchung auf Gewebemerkmale kein Problem sei. "Wir könnten Berufung gegen die Entscheidung der Behörde einlegen, aber wir haben keine Zeit, das zu tun."

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