Nach Niederlage der Völler-Elf gegen Wales
Österreich hofft auf Sieg gegen Deutschland

In der Bayarena von Leverkusen kommt es am Samstag zur 32. Auflage des Prestigeduells Deutschland - Österreich. Die Statistik spricht gegen die Alpenrepublik.

dpa WIEN. «Daumendrücken schon heute für das Spiel am Samstag kann nicht schaden», feuerte das ORF-Radio am Freitagmorgen seine Hörer an. «Manche träumen von einem neuen Cordoba», schrieben die heimischen Zeitungen im Rückblick auf das 3:2 der österreichischen Fußball-Nationalmannschaft über das deutsche Team 1978 bei der WM in Spanien. Damals hatte der zum «Hansi Nazionale» aufgestiegene heutige Trainer Hans Krankl zwei Tore zum Sieg beigesteuert. «Die Deutschen haben immer noch enormen Respekt vor dem Namen Krankl», macht 1860 München-Legionär Markus Weissenberger Hoffnung. «Hans steht jetzt vor seiner großen Reifeprüfung», weiß Krankls Cordoba-Mannschaftskollege und Vorgänger als Teamchef, Herbert Prohaska.

In der Bayarena von Leverkusen kommt es am Samstag zur 32. Auflage des Prestigeduells Deutschland - Österreich. Die Statistik spricht gegen die Krankl-Truppe. 71 Jahre lang hat das ÖFB-Team nicht mehr in Deutschland gewonnen, seit es 1931 in Berlin mit 6:0 triumphierte. Insgesamt waren die Deutschen 17 mal, die Österreicher nur 8 mal erfolgreich. Das letzte Duell endete 1994 in Wien mit einer 1:4- Schlappe.

«Jetzt geht es darum, den Deutschen ein Haxerl zu stellen», heizt der Kapitän und langjährige Bundesligaspieler Andreas Herzog die Stimmung an. «Die glauben, wir sind ihr südlichstes Bundesland», empört sich der 33-Jährige, der bei seinem 96. Länderspieleinsatz den bisherigen Rekord Toni Polsters brechen wird.

Nach der 0:1-Niederlage der Deutschen gegen Wales scheint ein Sieg «unserer Lieblingsnachbarn» vielen nicht ganz aussichtslos. Der trotz seiner 49 Jahre immer noch «Hansiburli» genannte Krankl sieht gerade darin aber eine Gefahr. Gerade weil die deutschen Medien über die DFB-Truppe Spott und Häme ausgeschüttet hätten, will sie nun eine Wiedergutmachung gegen Österreich.

Krankl, der begnadete Selbstvermarkter, den Kritiker im eigenen Land gar als Egomanen bezeichnen, steht in Leverkusen vor seiner ersten Bewährungsprobe. Erst im Januar übernahm er den Posten des Teamchefs, obwohl er als Vereinstrainer von Rapid Wien, Fortuna Köln und Admira Mödling Schiffbruch erlitten hatte. Bisher hat sich seine Mannschaft mit dem 2:0 in Graz gegen die Slowakei und dem 0:0 gegen Afrika-Meister Kamerun in Wien nach Ansicht der Kommentatoren beachtlich geschlagen.

Die Erwartungen zu Hause sind hoch gesteckt. Das Magazin «Format» widmete dem «Phänomen Krankl» am Freitag gar die Titelgeschichte. Doch der wegen Erfolglosigkeit abgelöste Vorgänger Prohaska warnt: «Er verkauft sich als Trainer überall gut und gern selbst. Meist war er im Mannschaftsgefüge der einzige Star - und das ist für die Spieler auf Dauer deprimierend.» Doch obwohl Krankl den radikalen Neuaufbau seiner Mannschaft angekündigt hat, vertraut er den Jungen doch nicht ganz. Neben «Oldie» Andi Herzog (33) startet Keeper Roland Goriupp in Leverkusen noch mit 31 Jahren seine Auswahl-Karriere.

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