Nach Niederlage in Liverpool
BVB-Aktie unter Druck

Nach dem Ausscheiden aus der europäischen Elite-Liga "Champions League" am Dienstagabend ist die Aktie des Fußballclubs Borussia Dortmund am Mittwoch zeitweise um rund 14 % eingebrochen.

Reuters FRANKFURT. "Der Aktienkurs spiegelt im Prinzip die Spielergebnisse wieder. Mit dem Ausscheiden aus der Champions League ist der Kurs erst mal runter gegangen, aber mit den nächsten Bundesliga- und UEFA-Siegen wird er garantiert auch wieder hochgehen", sagte Till Wößner, Aktienhändler bei dem Handelshaus Lang und Schwarz. "Das Papier hat mit dem heutigen Stand seine Basis erreicht", sagte Stefan Chmielewski, Aktienhändler bei dem Börsenmakler Schnigge.

Die Niederlage (2:0) gegen den britischen Fußballclub FC Liverpool vom Vorabend und der dadurch bedingte Ausstieg aus der diesjährigen Champions League ist Chmielewski zufolge aber nicht alleine für den Kursverlauf der Borussen-Aktie verantwortlich. "Die Hauptversammlung war nicht so befriedigend wie erwartet und hat auf den Kurs gedrückt. Aber der Verein hat auch noch andere Standbeine, wie Marketing und Werbung, die die Aktie stützen dürften", sagte der Händler.

Ingo Süßmilch, Analyst bei der WGZ Bank, beschreibt den Kursverlust als "durchaus erwartet aber gleichzeitig auch schwierig zu erklären". "Borussia Dortmund kann zwar durch ihren Ausstieg nicht mehr die erhoffte Summe einstreichen, die bei dem Gewinn der Champions League angestanden hätte. Aber das können sie durch die anstehenden Spiele im UEFA-Cup zum Teil kompensieren. Auch Süßmilch geht zurzeit nicht davon aus, dass das Papier weiter nach unten fällt.

BVB-Aktie - Intraday-Chart

"Sportlich" betrachtete der Manager des Dortmunder Bundesligisten, Michael Meier, den Verlust in einem Gespräch am Mittwoch. Ein Weiterkommen in der Champions League wäre durchaus kursrelevant gewesen, aber im großen und Ganzen müsse das Ausscheiden keinen wirtschaftlichen Verlust bedeuten. Durch die Qualifizierung für die nächste Runde, könne die dezentrale Vermarktung der Rechte beim UEFA-Pokal dem BVB eine Kompensation in gleicher Höhe bieten. "Bisher haben wir Gesamteinnahmen aus der Champions League von 22 Mill. DM sicher", sagte Meier weiter.

Im Juli hatte der Dortmunder Verein früheren Angaben zufolge noch geplant, mit Hilfe der Spiele der Champions League wirtschaftlich durchzustarten und seinen Aktienkurs aus dem Abseits zu holen. Vor allem das millionenschwere Geschäft in der "Champions League" sollte Umsatz und Aktie Beine machen, hatte der BVB-Manager Ende Juli im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Reuters gesagt. Durch die Spiele in der Elite-Liga war er von Einnahmen von mindestens 40 Mill. bis 60 Mill. DM ausgegangen und einem positiven Einfluss auf den Aktienkurs.

Die Aktie des ersten an der Börse notierten deutschen Fußballvereins präsentierte sich seit dem Börsengang im Oktober 2000 aber äußerst schwach. Der Titel notiert seit Monaten bei geringen Umsätzen zwischen rund fünf und neun Euro und damit deutlich unter seinem Ausgabepreis von elf Euro.

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