Nach Nominierung Reiches
Streit zwischen Union und Kirche wird schärfer

Zwischen der Union und dem Kölner Kardinal Joachim Meisner wird der Streit im Zusammenhang mit der Berufung von Katherina Reiche zur Familienexpertin im Unions-Wahlkampfteam heftiger. "Wenn ich mich ausschließlich danach richte, was der Kardinal von Köln von mir als Christ erwartet, dann liege ich in der Politik bei 25 Prozent", sagte Merz dem "Münchner Merkur".

dpa BERLIN . Das Erzbistum Köln hatte zuvor "die Ausfälle einiger Unionspolitiker" gegen Meisners Kritik an der Personalentscheidung von Kanzlerkandidat Edmund Stoiber (CSU) für Reiche scharf zurückgewiesen.

Merz sagte der Zeitung: "Wir sind weder die Katholisch Demokratische Union noch die Evangelisch Demokratische Union." Die Union handle getreu dem Motto des früheren bayerischen CSU-Ministerpräsidenten Franz Josef Strauß: "auf der Basis des christlichen Sittengesetzes in seiner weitestmöglichen Form". Nur so könne eine Volkspartei zusammengehalten werden. Es müssten in der Union auch Leute mitmachen, die nicht kirchlich gebunden seien, aber das christliche Menschenbild in seinem Ergebnis teilten. "Das ist bei Meisner noch nicht angekommen", sagte Merz.

Das Erzbistum hatte am Montag erklärt: "Wenn die Union durch gezielte Kampagnen gegen unliebsame Kirchenvertreter die Kirchen disziplinieren will, muss sie sich auf eine lebhafte öffentliche Debatte gefasst machen." Führende Vertreter der Union propagierten die absurde Auffassung, was christlich sei, "bestimme die Partei, die sich so nenne", hieß es weiter. "Parteien, die den Kirchen vorschreiben wollen, was christlich sei, kennt man eher aus nicht-demokratischen Zusammenhängen." Die Berufung der unverheirateten Mutter, die im August ihr zweites Kind erwartet, in das Wahlkampfteam Stoibers sorgt seit Tagen für heftige Diskussionen. Meisner hatte die Entscheidung Stoibers in der vergangenen Woche als nicht hinnehmbar für eine Partei bezeichnet, die das Wort "christlich" im Namen führe. Führende Unionspolitiker hatten die Forderung des Kardinals als absurd bezeichnet, das C aus dem Parteinamen zu streichen.

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