Nach Nordsee und Lignum
Auch Brainlab verschiebt den Gang an die Börse

Das Unternehmen bestätigte auf Anfrage, dass der Börsengang nun zu einem späteren Zeitpunkt in Angriff genommen werden soll. Ein genauer Termin stehe aber noch nicht fest. Als Grund nannte Vorstandsvorsitzender Stefan Vilsmeier das "Risiko einer schlechten Performance".

vwd//dpa/jr FRANKFURT. Am heutigen Mittwoch sollte ursprünglich der Emissionspreis bekannt gegeben werden. Angeboten werden sollten rund fünf Millionen Aktien, die Bookbuilding-Spanne lag bei 13,50 bis 17,00 Euro. Im vorbörslichen Handel waren die Titel kaum gefragt. Am Dienstag, als die Taxe 13,00 bis 14,00 Euro betrug, hatte das Unternehmen noch mitgeteilt, am Börsengang festhalten zu wollen. Der Börsengang wurde nach einem gemeinsamen Beschluss des Unternehmens mit den Konsortialbanken Morgan Stanley, Bayerische Landesbank und Lehman Brothers nach Beendigung der Roadshow durch Kontinentaleuropa, Großbritannien und die USA bis auf weiteres verschoben, teilte Brainlab am Mittwoch mit.



"Obwohl uns während der Roadshow von namhaften Investoren immer wieder die große Attraktivität der Equity Story, des Unternehmens und der Bewertung der Gesellschaft bestätigt worden ist, haben die Performance jüngerer Neuemissionen und die Absagen anderer deutscher Börsengänge zu einem Käuferstreik geführt", kommentierte Vorstandsvorsitzender Stefan Vilsmeier den Entschluss. Deshalb sei das Risiko einer schlechten Performance im Sekundärmarkt im momentanen Marktumfeld zu groß für Alt- und Neuaktionäre.



Man werde sich nun wieder voll auf das Wachstum des operativen Geschäfts konzentrieren und den Börsengang zu einem späteren Zeitpunkt durchführen. Die Gesellschaft sei auf Grund zweier kürzlich vollzogener Privatplatzierungen im Gesamtumfang von 25 Millionen Euro auch finanziell in der Lage, die Expansion in ihrem Kerngeschäft voranzubringen sowie in neue angrenzende Gebiete vorzustoßen. Ihre Finanzzahlen für das dritte Quartal wird die Brainlab AG im August veröffentlichen.



Bereits gestern hatte das Unternehmen Lignum den Gang an das Nebenwertesegment Smax auf Grund des schwierigen Marktumfeldes verschoben, vor einigen Wochen traf hatte die Fischrestaurant-Kette Nordsee die gleiche Entscheidung.

Brainlab wurde 1989 gegründet und entwickelt, fertigt und vertreibt nach eigenen Angaben medizinische Soft- und Hardware sowie Systeme für die Radiochirurgie und die bildgestützte Chirurgie. In den letzten Jahren ist das Unternehmen nach eigenen Angaben um durchschnittlich 75 Prozent gewachsen. In der ersten Hälfte des Geschäftsjahres 2000/01 (30. September) war der Umsatz um 40 Prozent auf 36,3 Millionen Euro (rund 71 Mio DM) gestiegen.

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