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Nach Osama-Video: Keine Panik in den USA

Vier Tage vor der US-Präsidentenwahl hat Terroristenführer Osama bin Laden indirekt mit neuen Anschlägen in den USA gedroht. Der Chef der Terrororganisation El Kaida übernahm in der Videobotschaft die Verantwortung für die Anschläge vom 11. September 2001.

dpa KAIRO/WASHINGTON. Vier Tage vor der US-Präsidentenwahl hat Terroristenführer Osama bin Laden indirekt mit neuen Anschlägen in den USA gedroht. Der Chef der Terrororganisation El Kaida übernahm in der Videobotschaft die Verantwortung für die Anschläge vom 11. September 2001.

Die US-Sicherheitsbehörden beschlossen am Samstag, die Terror-Alarmstufe "Gelb" nicht anzuheben. Fast überall in den USA gilt diese dritthöchste Stufe. Nur in New York, Washington und Teilen New Jerseys steht der Alarm auf der höheren Stufe "Orange".

US-Präsident George W. Bush und sein demokratischer Herausforderer John Kerry betonten, mit größter Härte Bin Laden verfolgen und zur Strecke bringen zu wollen. In ersten Reaktionen werteten US-Kommentatoren die Botschaft Bin Ladens als vermutlich hilfreich für den Bush-Wahlkampf. Jüngste Umfragen von der Zeitschrift "Newsweek" sowie der Sender CNN und Fox News sahen Bush drei Tage vor der Wahl übereinstimmend leicht vorne liegen.

Bin Laden wandte sich in dem vom arabischen Sender Al-Dschasira ausgestrahlten Bildern direkt an die Amerikaner und sagte, Bush hintergehe das Volk. "Die Gründe sind nach wie vor vorhanden, um zu wiederholen, was passiert ist", sagte Bin Laden in Anspielung auf den 11. September 2001. Die Sicherheit der USA "liegt nicht in den Händen von Bush, Kerry oder El Kaida, sondern in Euren eigenen Händen... Staaten, die unsere Sicherheit nicht bedrohen, bleiben sicher."

Der vor einem Pult stehende Bin Laden nannte als Motiv für die Anschläge vom 11. September die "israelisch-amerikanische Allianz... gegen unser Volk in Palästina und im Libanon". Aus seiner Sicht seien die Terroranschläge in den USA "ein Erfolg" gewesen.

Die US-Regierung hat keine Zweifel an der Echtheit der Videobotschaft. Bis zum Freitagnachmittag hatten US-Diplomaten in Katar versucht, den arabischen Sender von der Ausstrahlung des Bandes abzubringen. Al-Dschasira hatte laut Fox News sieben von insgesamt 18 Minuten ausgestrahlt.

Die USA würden sich von den Feinden der USA "nicht einschüchtern und beeinflussen lassen", betonte Bush am Freitagabend in Toledo (Ohio). "Wir befinden uns im Krieg mit dem Terrorismus und wir werden erfolgreich sein", so Bush.

Kerry sagte, das amerikanische Volk sei sich völlig einig in dem Willen, Bin Laden zu verfolgen und zu töten. Kerry kritisierte aber die Erfolglosigkeit der Bush-Regierung im Kampf gegen Bin Laden. Die USA hätten versäumt, 2002 Bin Laden in Afghanistan zur Strecke zu bringen. Stattdessen sei diese Aufgabe an örtliche Gruppen delegiert worden, so Kerry in Florida.

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