Nach Palästinenser-Besuch
Hoffnung auf baldigen US-Sicherheitsplan

Der Besuch einer hochrangigen Palästinenser-Delegation in Washington hat am Freitag Hoffnungen auf neue Bewegung im Nahost-Friedensprozess geweckt.

dpa/HB WASHINGTON/JERUSALEM. US-Außenminister Colin Powell deutete an, dass die amerikanische Regierung bald Einzelheiten eines neuen Sicherheitsplans vorlegen wird, der Israel zu einem Rückzug aus den Palästinenser-Gebieten bewegen könnte.

Kurzfristig wurde für diesen Samstag ein Treffen zwischen den palästinensischen Besuchern und dem Direktor des Geheimdienstes CIA, George Tenet, anberaumt. Tenet spielt bei den US-Bemühungen um eine Stabilisierung der Sicherheitslage die führende Rolle. Wie die israelische Zeitung "Haaretz" unterdessen meldete, haben hochrangige CIA-Mitarbeiter über mehrere Wochen Geheimgespräche mit Israelis und Palästinensern über eine Reform der palästinensischen Sicherheitsdienste geführt. Palästinenser-Präsident Jassir Arafat sei jedoch nicht konsultiert worden.

Der Besuch der Delegation aus drei Kabinettsministern, darunter der langjährige Arafat-Berater Saeb Erakat, war der erste Kontakt auf hochrangiger Ebene seit der Forderung von US-Präsident George W. Bush nach Arafats Ablösung im Juni. Die Palästinenser sprachen am Donnerstag 80 Minuten lang mit Powell. Zuvor waren sie mit der nationalen Sicherheitsberaterin Condoleezza Rice zusammengekommen. Beide US-Regierungsvertreter betonten gegenüber den Besuchern, dass Bush weiterhin dem Ziel verpflichtet sei, "einen Weg voran" zu finden.

Powell sagte bei einem gemeinsamen Auftritt mit Erakat vor Journalisten mit Blick auf das geplante Treffen mit Tenet, die Washingtoner Gespräche würden noch ein paar Tage weitergehen. "Und dann brennen wir darauf, einige spezielle Aktionen in Gang zu bringen, besonders auf dem Gebiet der Sicherheit." Beobachter werteten dies als indirekten Hinweis darauf, dass die USA in Kürze ihren Sicherheitsplan vorlegen werden.

Der zusammen mit Innenminister Abdel Rasak Jechia und Wirtschaftsminister Maher Masri nach Washington gereiste Erakat bekräftigte, dass Fortschritte im Sicherheitsbereich von Israels Abzug aus den Palästinenser-Gebieten abhingen. Weiter sagte der Kommunalminister, die Palästinenser hätten gegenüber der amerikanischen Seite klar gemacht, dass sie im Auftrag von Arafat gekommen seien. "Wir sind keine Delegation von Freiberuflichen", erklärte Erakat und fügte hinzu: "Wir wollen, dass die demokratische Wahl des palästinensischen Volkes respektiert wird. Präsident Arafat ist der gewählte Führer des Volkes."

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