Nach Patentstreit mit Astra Zeneca
Schwarz Pharma erhöht Prognose für 2002

Nach dem Sieg im Patentstreit mit Astra Zeneca um das Nachahmerprodukt Omeprazol will Schwarz Pharma das Generikum noch in diesem Jahr in den USA auf den Markt bringen und hat deshalb seine Ergebnisprognose für das Gesamtjahr erhöht.

Reuters MONHEIM. Der Gewinn werde in diesem Jahr im Vergleich zum bereinigten Jahresüberschuss 2001 von 16,1 Mill. Euro voraussichtlich mit einer deutlich zweistelligen Prozentrate steigen, teilte der Arzneimittelhersteller am Mittwoch in Monheim mit. Bisher war Schwarz Pharma lediglich von einem höheren Jahresüberschuss ausgegangen. "Wir rechnen mit einem baldigen Markteintritt des Omeprazol-Generikums in den USA und mit Umsatz- und Ergebnisbeiträgen noch im vierten Quartal 2002", teilte Schwarz Pharma-Chef Patrick Schwarz-Schütte mit. Früheren Angaben von Schwarz Pharma zufolge ist mit dem Generikum Omeprazol in den ersten zwölf Monaten nach der Markteinführung ein Zuwachs sowohl beim Umsatz als auch beim Gewinn in dreistelliger Millionen-Euro-Höhe möglich.

Die Schwarz Pharma-Tochter Kudco ist einem Gerichtsurteil vor wenigen Wochen zufolge das einzige Unternehmen, dessen Formulierung für den Magen-Darm-Wirkstoff Omeprazol die AstraZeneca Formulierungspatente nicht verletzt. Europas zweitgrößter Pharmakonzern AstraZeneca hatte am Tag zuvor angekündigt, dagegen in die Berufung gehen zu wollen. Bei Schwarz Pharma hatte es zu dem Schritt geheißen, dies werde den geplanten US-Marktstart der ersten generischen Version des Medikaments Prilosec nicht verzögern. Einen Teil des Gewinns aus Omeprazol tritt Schwarz Pharma an die Merck-Tochter Genpharm und den US-Pharmahersteller Andrx ab. Im Gegenzug haben Andrx und Genpharm ihre von der US-Gesundheitsbehörde FDA erteilte sechsmonatige Marktexklusivität für das Generikum an die Schwarz Pharma-Tochter Kudco abgetreten. Dies war die Voraussetzung für die endgültige Zulassung des Schwarz Pharma-Generikums.

Die Forschungspipeline mit sechs Projekten in der klinischen Entwicklung im Bereich der Urologie und Neurologie komme gut voran, teilte Schwarz Pharma weiter mit. Eine offene Verträglichkeitsstudie der Phase II zur Behandlung der Epilepsie mit dem Wirkstoff Harkoseride in Zusatztherapie habe einer ersten Analyse zufolge bei einem Drittel der Patienten einen Rückgang der epileptischen Anfälle um mehr als 50 % ergeben. Harkoseride sei von den Patienten gut vertragen worden. Früheren Angaben zufolge könnte der Wirkstoff Harkoseride bei der Epilepsie-Therapie einen Umsatz von rund 300 Mill. Euro bringen.

Im dritten Quartal 2002 erhöhte Schwarz Pharma das Betriebsergebnis auf 8,1 Mill. Euro von zuvor 3,1 Mill. Euro im entsprechenden Vorjahresquartal. Das Konzernergebnis lag bei 5,7 Mill. Euro nach 2,3 Mill. Euro im dritten Quartal 2001. Der Umsatz stieg in diesem Zeitraum um zwei Prozent auf 187,7 Mill. Euro. Bei unveränderten Wechselkursen hätte der Umsatzanstieg bei 5,7 % gelegen, teilte das Unternehmen weiter mit. Von Reuters befragte Analysten hatten im Durchschnitt ein Betriebsergebnis von 4,24 Mill. Euro im dritten Quartal erwartet und den Gewinn bei 3,13 Mill. Euro gesehen. Beim Umsatz im dritten Quartal hatten sie mit einem Anstieg um 3,3 % auf rund 190 Mill. Euro gerechnet.

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