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Nach Rekord-Fund: Goldgräberstimmung in Thüringen

Katzhütte (dpa) - Goldgräberstimmung in Thüringen: Nachdem ein 64 Jahre alter Rentner bei Katzhütte den größten Goldfund der vergangenen 200 Jahre in Deutschland gemacht hat, zieht es vermehrt Hobby-Goldgräber nach Südthüringen. Was für die Touristen eine Attraktion ist, empfinden Einheimische als normal. «Gold-Waschen gibt es schon lange in unserer Region», sagt der Bürgermeister von Katzhütte, Wilfried Machold. «Reich geworden ist davon aber keiner».

Auch nicht der Rentner mit seinem Rekordfund, einem 9,64 Gramm schweren und 2,2 Zentimeter großen Goldnugget. «Bei den derzeitigen Goldkursen an der Londoner Börse gibt es dafür keine 100 Euro», sagt Geologe Michael Schade, der mit seiner Frau Karin im thüringischen Theuern das einzige Gold-Museum Deutschlands betreibt. Das Nugget habe nur einen ideellen Wert.

Dennoch ist die Verlockung für viele groß, erst recht, seit die Nachricht von dem Goldfund weit über die Landesgrenzen hinaus die Runde machte. Hauptziel der Hobby-Goldsucher ist der 2000-Seelen-Ort Katzhütte. Denn unweit der kleinen Gemeinde fand der Rentner zufällig beim Waldspaziergang im Fluss Katze das Nugget.

«Die Zahl der Hobby-Goldsucher hat in den vergangenen Tagen ganz stark zugenommen», sagt die Leiterin des Goldmuseums, Karin Schade. Sogar Anfragen aus den USA habe es gegeben. Die im Museum angebotenen Waschpfannen zum Goldsuchen entpuppten sich als wahre Kassenschlager. «So viele haben wir noch nie verkauft.»

Die Bewohner von Katzhütte können darüber nur den Kopf schütteln. «Wir müssen aufpassen, dass unsere Natur jetzt nicht zum Trümmerfeld verkommt, nur weil hier einige Gold vermuten», warnt der Bürgermeister. Auch Geologe Schade dämpft zu hohe Erwartungen: «Im Mittelalter wurden in Thüringen über vier Tonnen Gold abgebaut. Wir suchen doch jetzt nur noch nach Resten.»

Wie mit der Waschpfanne nach dem Edelmetall gesucht wird, zeigen erfahrene Goldwäscher den Besuchern in Kursen. «Wichtig sind dabei Geschicklichkeit, Geduld und Glück», meint Schade, der seit Jahren selbst in Thüringen nach Gold sucht. Für den 49-Jährigen ist das Schiefergebirge ein idealer Ort. «Ich kenne keine Gegend in Deutschland, in der auf so engem Raum so viele Goldbäche zu finden sind.» Inzwischen hat er in 243 Thüringer Bächen Gold gefunden. «Das jedoch waren meistens nur Gold-Krümmel», sagt er und rechnet vor: «Mein Stundenlohn als Goldgräber liegt bei ungefähr neun Cent.»

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