Nach RWE und Gaz de France kommen nun Endesa und Iberdrola mit Anleihen an den Markt
Europäische Versorger sorgen für Neuemissionen

Die Versorger bestimmen momentan das Geschehen am Primärmarkt für Unternehmensanleihen: Während RWE und Gaz de France bereits in der vergangenen Woche Kapital in Höhe von 2,75 Milliarden Euro eingesammelt haben, wollen Endesa und Iberdrola in dieser Woche aktiv werden. Die Investoren zeigen großes Interesse an den Versorger-Anleihen.

FRANKFURT/M. So begab RWE seine 30-jährige Anleihe mit höherem Volumen als angekündigt: Statt 500 wurden es 750 Mill. Euro. Vor allem Versicherer hätten den Bond stark nachgefragt, sagen Händler. Der Kupon des Bonds beträgt 5,75 %, bei der Preisfestsetzung lag die Rendite des Papiers bei 115 Basispunkten über dem Swap-Mittelwert und engte sich im Handel auf 110 Basispunkte ein. Swapsätze sind der Preis zum Tausch fester gegen variable Zinsen. Konsortialführer der Emission waren Morgan Stanley, ABN Amro und Hypo-Vereinsbank.

RWE will einen Teil des frischen Kapitals verwenden, um die jüngste 8,6 Mrd. Dollar schwere Übernahme von American Water Works zu finanzieren. Das RWE-Papier ist erst der vierte 30-jährige Bond eines europäischen Unternehmens und der erste eines europäischen Versorgers. Bisher hatten unter den Firmen lediglich Telekom-Konzerne solche "Langläufer" an den Markt gebracht - in diesem Jahr bereits France Télécom, Deutsche Telekom und Olivetti. Nun rechnen Experten damit, dass weitere Versorger folgen - die Unternehmen gelten als prädestiniert für solche Langläufer, da sie über langfristig planbare, vergleichsweise sichere Einnahmen verfügen.

Sein Debüt am Markt für Euro-Anleihen gab am Freitag der staatliche französische Versorger Gaz de France. Die Emission des 2 Mrd. Papiers war ursprünglich bereits für November vergangenen Jahres geplant, wurde dann aber verschoben. Die Anleihe teilt sich in zwei Tranchen auf: eine über 1,25 Mrd. mit zehnjähriger Laufzeit und einem Kupon über 4,75 % sowie eine über 750 Mill. über 15 Jahre und einem Kupon von 5,125 %. Auch diese Papiere stießen auf eine gute Nachfrage im Markt. Die zehnjährige Tranche lag bei 60 Basispunkten über Swapmitte, die 15-jährige bei 70 Basispunkten. Konsortialführer waren Deutsche Bank, ABN Amro, BNP Paribas und Société Générale.

Für die kommenden Tage hat nun der spanische Stromversorger Iberdrola eine neue Euro-Anleihe angekündigt, hieß es in Bankenkreisen. Als Konsortialführer sollen ABN Amro, BBVA und Barclays Capital fungieren. Das Unternehmen hat Bonds mit einem Volumen von 6 Mrd. ausstehen, 2,3 Mrd. werden in diesem Jahr fällig. Konkurrent Endesa hat nach Angaben aus Bankenkreisen unterdessen die vorläufigen Konditionen für die Emission seiner neuen zehnjährigen Euro-Anleihe bekannt gegeben. Das Volumen soll mindestens 500 Mill. betragen, die Rendite soll bei rund 5,5 % liegen.

Außerdem plant der Satellitenbetreiber SES Global für den Anfang dieser Woche die Emission seines ersten Eurobonds. Der Preis wird bei 145 bis 160 Basispunkten über der Swap-Mitte erwartet. Für Ende dieser Woche erwartet der Markt eine 600 Mill. -Hochzinsanleihe des französischen Elektrokonzerns Legrand. Moody?s erteilte dem geplanten Bond am Freitag die Note "B1". Von S&P erhält er die Note "B+", was auf der Bewertungsskala der selben Benotung entspricht.

An den europäischen Märkten für Staatsanleihen legten die Kurse zu. Die unsichere geopolitische Lage machte die Effekte der positiven US-Konjunkturdaten zunichte. Am Freitag war der Index der Einkaufsmanager in Chicago deutlich über den Erwartungen ausgefallen. An den Märkten legte der Terminkontrakt Bund-Future 22 Basispunkte auf 114,90 % zu. Gleichzeitig fiel die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe auf 4,08 % nach zuvor 4,09 %. In den USA sank die Rendite zehnjähriger Staatsanleihen auf 3,97 % nach zuvor 3,98 %.

Quelle: Handelsblatt

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