Nach schwachem Start ins Plus gedreht
Europäische Börsen von US-Zinsentscheid beflügelt

Die europäischen Börsen haben am Donnerstag nach der Zinsentscheidung der US-Notenbank Fed mehrheitlicht in der Gewinnzone geschlossen.

Reuters FRANKFURT. Händler sagten, zunächst seien die Märkte zum Teil aus Enttäuschung über die geringer als erwartet ausgefallene US-Zinssenkung unter Druck geraten. Dabei hatten insbesondere die Technologiewerte Verluste verzeichnet. Gegen Mittag hatten dann fester notierende US-Futures auf einen freundlichen Börsenstart in den USA hingedeutet, was an den europäischen Börsen die Aktienwerte ins Plus drehen ließ. Börsianern zufolge wurde der Entscheid der US-Notenbank Fed als Indiz gedeutet, dass es nicht so schlimm um die Wirtschaft bestellt sei wie vermutet worden war.

Die Fed hatte am Mittwoch angesichts des Risikos einer sich weiter abschwächenden US-Konjunktur die Leitzinsen zum sechsten Mal in diesem Jahr gesenkt. Der entscheidende Zielsatz für Tagesgeld wurde um 25 Basispunkte auf 3,75 Prozent zurückgenommen.

Der Stoxx-50-Index für die größten Unternehmen aus der EU und der Schweiz notierte am frühen Abend mit 1,29 Prozent im Plus bei 4 012 Zählern. Der Euro-Stoxx-50-Index für die Standardwerte aus der Europäischen Währungsunion (EWU) stieg um ein Prozent auf 4 165 Punkte. Die US-Börsen lagen zur selben Zeit deutlich in der Gewinnzone. Die Technologiebörse Nasdaq zog um knapp drei Prozent auf 2 135 Punkte an, der Industriewerte-Index Dow Jones legte um 1,7 Prozent auf 10.611 Zähler zu.

London: Vodafone im Aufwind

Die Londoner Börse hat am Donnerstag angeführt von Indexschwergewicht Vodafone fester geschlossen. Der FTSE-Index vebuchte einen Gewinn von 0,54 Prozent auf 5638 Zähler. Zuvor hatte das Kursbarometer zeitweilig bei 5519 Punkten den tiefsten Stand seit dem 4. April markiert. Insbesondere Kursgewinne bei dem Vodafone verliehen dem Index Auftrieb. Die Aktien stiegen um knapp acht Prozent auf 159 pence. Nachrichten, nach denen Spaniens größte Bank, Banco Santander Central Hispano (BSCH) nicht vor hat, ihren 2,7-prozentigen Anteil an Vodafone in nächster Zeit zu verkaufen, obwohl das Ende der Lock-Up-Periode kurz bevor steht, hatten Händlern zufolge die Aktien beflügelt. Am 29. Juni läuft die Sperr-Frist für 3,1 Milliarden Vodafone-Aktien ab, von denen BSCH einen großen Anteil hält.

Zürich: Nach schwachem Start am Ende im Plus

Die Schweizer Börse hat nach einem schwachen Start im Plus geschlossen. Der SMI-Index gewann 2,2 Prozent auf 7150 Punkte. Kräftige Gewinne erzielten ABB, die in jüngster Zeit massiv an Wert verloren hatten. Die Papiere erholten sich aus technischen Gründen und zogen um knapp sieben Prozent auf 27 sfr an. Von ihren Kursverlusten erholten sich auch die Finanzwerte. UBS gewannen um 2,4 Prozent, CS Group stiegen um 1,7 Prozent und Zurich-Aktien legten um 2,2 Prozent zu.

Paris: Total-Fina-Elf gibt nach

Die Pariser Börse hat nach einem zunächst schwachen Handelsverlauf fester geschlossen. Der CAC 40-Index stieg zum Schluss um 1,5 Prozent auf 5133 Zähler. Alcatel-Aktien legten um 3,6 Prozent zu, France Telecom gewannen 6,3 Prozent, STMicroelectronics legten um rund fünf Prozent zu. Demgegenüber standen die Aktien von Total-Fina-Elf, die um 2,3 Prozent auf 163 Euro nachgaben. Nachdem die Ölpreise am Mittwoch ein 14-Monatstief erreicht hätten, hätten Investoren verstärkt TotalFina verkauft, hieß es am Markt.

Mailand: Telekomwerte im Plus

Die Aktienwerte an der Mailänder Börse haben mehrheitlich Kursgewinne verbucht. Der Mib-30-Index schloss um 1,34 Prozent fester auf 37.012 Zähler. Insbesondere die Telekomwerte zogen im späten Handelsverlauf an. Die Aktien des Mobilfunkunternehmens TIM gewannen 3,83 Prozent auf 6,05 Euro, die Aktien der Muttergesellschaft Telecom Italia stiegen um knapp drei Prozent. Olivetti-Papiere schlossen um 2,7 Prozent fester.

Madrid: Telefonica legen zu

Die Madrider Börse hat am Donnerstag Kursgewinne verbucht. Der Ibex 35-Index schloss um 0,8 Prozent fester bei 8855 Punkten. Telefonica gewannen um 2,3 Prozent auf 14,62 Euro. Die Papiere waren zuvor auf Grund von Gerüchten über eine Gewinnwarnung stark unter Druck geraten. Die Aktien des Tochterunternehmens Telefonica Moviles stiegen um 3,2 Prozent, Terra Lycos legten um 2,6 Prozent zu.

Amsterdam: Technologiewerte drücken Index ins Plus

Die Aktienwerte an der Amsterdamer Börse haben im späten Handelsverlauf ebenfalls den Sprung in die Gewinnzone geschafft. Der AEX-Index schloss um 0,79 Prozent fester auf 562,95 Punkten. Zu den größten Gewinnern gehörten die Technologiewerte. Philips stiegen um 3,3 Prozent auf 30,11 Euro. Die IT-Beratungsfirma CMG legte um 7,5 Prozent zu, KPN Telecom gewannen 8,2 Prozent. Von hohen Ölpreisen zeigten sich die Aktien von Royal Dutch belastet. Das Papier gab um 2,7 Prozent auf 66,91 Euro nach.

Wien: Rückstufung belastet OMV

Die Wiener Börse konnte dem europäischen Trend nicht folgen und schloss im Minus. Der ATX fiel um 0,83 Prozent auf 1214,52 Punkte. Das Kursminus bei OMV habe den Index gedrückt, sagten Händler. Auslöser sei eine Herbstufung der Aktie durch die Credit Suisse First Boston gewesen, die OMV nun auf "verkaufen" nach zuvor "halten" einstufte. OMV büßten daraufhin 5,6 Prozent auf 99 Euro ein.

Brüssel: Finanztitel stark

Die Börse in Brüssel hat unter Führung der Finanztitel Kursgewinne verbucht. Der Bel 20-Index gewann 0,48 Prozent auf 2860 Zähler. Indexschwergewicht Fortis legten um 1,2 Prozent auf 28,02 Euro zu. Die Aktien von KBC gewannen um 1,8 Prozent auf 42 Euro. Agfa-Aktien stiegen um mehr als ein Prozent. Im Vorfeld der Jahresgeschäftszahlen, die nach Börsenschluss bekannt gegeben wurden, gab die Aktie des Einzelhändlers Colruyt um 0,8 Prozent auf 41,57 Euro nach. Das Unternehmen wies schließlich einen um 12,26 Prozent gestiegenen Nettogewinn von 98,71 Millionen Euro aus.

Stockholm: Ericsson mit kräftigem Plus

Die Stockholmer Börse hat sich dem europäischen Markttrend angepasst und Kurszuwächse verbucht. Der OMX-Index zog um knapp drei Prozent auf 875 Zähler an. Die Aktien des Telekomausrüsters Ericsson gewannen um mehr als sechs Prozent, nachdem das Unternehmen mitteilte, einen Mobilfunkausrüstungsauftrag aus Italien erhalten zu haben. Nokia-Aktien erholten sich von ihren Verlusten und stiegen um 0,3 Prozent, nachdem das Unternehmen mitgeteilt hatte, 900 bis 1 000 Stellen zu streichen.

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