Nach sechs Monaten Handtuch geworfen
Ex-Enron Chef streitet Wissen über dubiose Geschäfte ab

Der Chef des US-Energiehandelskonzerns Enron, Jeffrey Skilling, der vier Monate vor dem spektakulären Kollaps des Unternehmens zurücktrat, hatte nach eigenen Angaben keine Ahnung von der prekären Finanzlage.

dpa WASHINGTON. "Ich war fest davon überzeugt, dass das Unternehmen finanziell in guter Form war", sagte Jeffrey Skilling am Donnerstag (Ortszeit) vor einem Kongressausschuss in Washington.

Der 48-jährige hatte nach nur sechs Monaten im Amt des Konzernchefs im August vergangenen Jahres das Handtuch geworfen, "um mehr Zeit mit der Familie zu verbringen", wie er betonte. Im Dezember beantragte Enron, einst siebtgrößter US-Konzern, Gläubigerschutz.

Skilling stritt ab, je von dubiose Finanztransaktionen gewusst zu haben, die Schulden verstecken und Gewinne aufblähen sollten. "Ich habe nie etwas getan, was nicht im besten Interesse der Aktionäre war", sagte Skilling. Enron hat nach einer internen Untersuchung Bilanzen manipuliert und Schulden in zweifelhaften Transaktionen mit Partnerschaften versteckt. Nach Angaben von Skilling sind solche Finanzkonstruktionen üblich, um Risiken zu verteilen. Nach seiner Einschätzung war der Auslöser der größten Bankrotts in der US- Geschichte ein Liquiditätsengpass, der durch mangelndes Vertrauen in das Unternehmen ausgelöst wurde.

Der Kongress untersucht die komplizierten Finanzgebilde, an denen sich mehrere Enron-Manager bereicherten. Skilling hat nach eigenen Angaben nicht gewusst, dass sein Finanzchef Andrew Fastow persönlich 30 Mill. $ durch eine Partnerschaftsbeteiligung verdiente. Fastow verweigerte wie drei andere Manager vor dem Ausschuss die Aussage, um sich nicht selbst zu belasten. Neben dem Kongress befasst sich das Justizministeriums mit einer Strafuntersuchung gegen Enron. Zahlreiche Aktionäre und Angestellte haben Klage eingereicht.

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