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Nach Senatskritik: CIA gibt Mängel zuDPA-Datum: 2004-07-10 10:11:34

Washington (dpa) - Der US-Geheimdienst CIA hat ernsthafte Mängel bei seiner Aufklärung vor dem Krieg gegen den Irak zugegeben. Man hätte vieles besser machen können, sagte der stellvertretende Direktor John Mclaughlin am Freitag in Washington.

Washington (dpa) - Der US-Geheimdienst CIA hat ernsthafte Mängel bei seiner Aufklärung vor dem Krieg gegen den Irak zugegeben. Man hätte vieles besser machen können, sagte der stellvertretende Direktor John Mclaughlin am Freitag in Washington.

Er reagierte damit auf scharfe Kritik des US-Senats an der Arbeit der CIA. Eine Untersuchung des Geheimdienstausschusses hatte ergeben, dass die Rechtfertigung für den Krieg gegen den Irak auf falschen und ungedeckten Analysen des Geheimdienstes beruhte. Angaben über angebliche Massenvernichtungswaffen seien stark übertrieben worden, hieß es in dem am Freitag veröffentlichten Bericht.

«Die meisten der Schlüsselangaben im Geheimdienstbericht von Oktober 2002 waren übertrieben oder zumindest nicht durch die zusammengetragenen Geheimdiensterkenntnisse gedeckt», lautet der Hauptvorwurf in dem gut 500 Seiten starken Bericht. So habe es für die Behauptung «Bagdad hat chemische und biologische Waffen» keine Grundlage gegeben. Es hätte lediglich Hinweise gegeben, dass der Irak theoretisch technisch in der Lage war, solche Waffen herzustellen. «Die Schlüsse, die aus dem Rohmaterial gezogen wurden, waren falsch und unangemessen», sagte der Vorsitzendes des Ausschusses, Pat Roberts.

Mclaughlin verteidigte seine Behörde. Das Sammeln von Geheimdienstinformationen sei oft mit Risiken behaftet und dabei könnten auch Fehler passieren. Es seien Schritte unternommen werden, damit sich diese Fehler nicht mehr wiederholten, sagte er. Mclaughlin wird an diesem Sonntag offiziell seine Arbeit als neuer CIA-Direktor aufnehmen und damit die Nachfolge von George Tenet antreten, der schon im Juni seinen Rücktritt als CIA-Chef angekündigt hatte. Tennet hatte die CIA stets rigoros verteidigt. Niemand habe je behauptet, dass vom Irak eine unmittelbare Gefahr ausgehe, hatte er gesagt.

Die US-Regierung hatte die angebliche Existenz von Massenvernichtungswaffen im Irak als einen Hauptgrund für den Irak- Krieg angeführt. Bislang wurden keine Waffen gefunden. Republikaner bemühten sich, Präsident George W. Bush vor Kritik in Schutz zu nehmen. «Man kann das Weiße Haus nicht dafür kritisieren, dass es sich auf Informationen der Behörden verließ», sagte Senator Saxby Chambliss im US-Fernsehen.

Der Ausschuss hat gegen den Widerstand der Republikaner beschlossen, auch zu untersuchen, ob Bush und sein Kabinett die CIA - Informationen bewusst überinterpretierten. Der Bericht wird nicht mehr vor den Wahlen im November erwartet. Mehrere Demokraten argwöhnen, dass CIA-Mitarbeiter unter Druck standen, möglichst alarmierende Berichte zu erstellen. Dafür finden sich in dem Bericht jedoch keine Hinweise.

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