Nach Shuttle-Startverzögerung
ISS-Crew bricht US-Rekord im All

Die derzeitigen Langzeitbewohner der Internationalen Raumfähre ISS verdanken dem schlechten Wetter einen neuen US-Rekord.

dpa CAPE CANAVERAL. Der Start des Shuttle Endeavour mit einer Austauschcrew an Bord musste am Freitagmorgen (MESZ) kurzfristig verschoben werden. Für die ISS-Besatzung bedeutet dies, dass sie länger als geplant in der Station bleiben müssen und damit den bisherigen Rekord der Astronautin Shannon Lucid übertreffen, die sich 188 Tage lang an Bord der russischen Raumstation Mir aufgehalten hatte.

Für Samstagmorgen 01.22 Uhr MESZ wurde auf dem Weltraumbahnhof Cape Canaveral ein neuer Endeavour-Startversuch angesetzt, der aber erneut wegen drohender Unwetter gefährdet war. Ist das Shuttle am Samstag auf der Reise, verlängert sich der Aufenthalt der ISS-Crew um einen Tag auf 189 Tage, andernfalls um noch mehr.

Nasa-Chef Sean O'Keefe nannte die Startverschiebung vom Freitag eine bitter-süße Nachricht für die ISS-Besatzung. Sie seien sicher ein wenig enttäuscht. Gleichzeitig aber seien die beiden Amerikaner Daniel Bursch und Carl Walz, die zusammen mit dem russischen Kommandanten Juri Onufrijenko seit Dezember in der Station sind, nun stolze Rekordhalter.

Die Endeavour soll den neuen Kommandanten Waleri Korsun, seinen russischen Kollegen Sergej Treschew und die Amerikanerin Peggy Whitson zur Station bringen. Mit an Bord der Endeavour ist auch ein europäischer Astronaut. Der Franzose Philippe Perrin wird die ISS als erster Westeuropäer zu Arbeitseinsätzen im All verlassen.

Zu den Aufgaben der Endeavour-Crew gehören die Reparatur des kanadischen Roboterarms der ISS und der Ausbau des Schienensystems um die Station, auf der sich der Arm bewegen kann. Am Arm muss ein "Handgelenk" ersetzt werden. Wegen der Reparatur war der Start der Fähre um mehrere Wochen verschoben werden, weil Perrin und sein Partner bei den "All-Spaziergängen", der in Costa Rica geborene Amerikaner Franklin Chang-Diaz, erst für die neue Aufgabe trainiert werden mussten.

Das Shuttle bringt auch eine in Deutschland von der Firma Astrium gebaute hermetisch abgeschlossene Versuchsanlage zur ISS, die wissenschaftliche Experimente ohne Gefahr einer Verseuchung der Station erlaubt. Es ist die erste wissenschaftliche Versuchsanlage der Europäer an Bord der Station.

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