Nach Skandal-Berichten
Aktieninstitut: Anleger verlieren Vertrauen

Das Deutsche Aktieninstitut (DAI) befürchtet nach den sich jüngst häufenden Berichten über mutmaßliche Bilanzmanipulationen börsennotierter Unternehmen einen massiven Vertrauensverlust der Anleger in die Märkte.

Reuters FRANKFURT/M. "Wir müssen dringend verhindern, dass ein - im übrigen auch völlig falsches - Bild der Kapitalmärkte als Selbstbedienungsladen für raffgierige und kriminelle Unternehmer und skrupellose Finanzdienstleister entsteht", sagte das geschäftsführende DAI-Vorstandsmitglied Rüdiger von Rosen jetzt in Frankfurt.

Es seien erkennbare Vertrauensverluste zu verzeichnen, sagte von Rosen bei der Jahres-Pressekonferenz des DAI weiter. Im zweiten Halbjahr 2001 sei erstmals seit Erhebung der Aktionärszahlen durch das Institut die Zahl der Direktaktionäre zurückgegangen. Integrität und Transparenz seien an den Kapitalmärkten jedoch von umso größerer Bedeutung, da ihre Funktion als Finanzierungsquelle für Unternehmen zunehme. "Gerade die Stützen der deutschen Wirtschaft - der Mittelstand mit seiner Vielzahl von kleinen und mittleren Unternehmen - wird in Zukunft immer stärker auf eine Alternative zum klassischen Bankkredit angewiesen sein", sagte von Rosen weiter. Angesichts von lediglich 26 Börsengängen im Jahr 2001 und bislang drei in diesem Jahr sagte von Rosen, es sei bedauerlich und schädlich, wenn auf Grund eines Vertrauensverlustes der Zugang von Unternehmen zum Kapitalmarkt quasi abgeschnitten sei.

Von Rosen forderte eine schnellere Umsetzung von konkreten Regeln für ein faires Verhalten an den Kapitalmärkten durch den Gesetzgeber. Bei der Überwachung und der Umsetzung sieht von Rosen die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungs- und Finanzmarktaufsicht in der Pflicht. Außerdem tritt von Rosen für die Schaffung von Schwerpunktstaatsanwaltschaften nach hessischem Beispiel ein.

Auch die Emittenten seien gefordert, ihren Beitrag zur Integrität und Transparenz des deutschen Kapitalmarktes zu leisten, sagte von Rosen weiter. Verbesserungsmöglichkeiten gebe es im Bereich Investor Relations und der Umstellung auf die vom Kapitalmarkt gewünschte Umstellung auf internationale Rechnungslegung. Trotz der jüngsten Ereignisse vor allem beim Börsensegment Neuer Markt bestehe der weitaus größte Teil der deutschen börsennotierten Gesellschaften jedoch aus seriösen Unternehmen, betonte von Rosen.

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