Nach Spekulationen um Unregelmäßigkeiten
Neuer Wirbel um Comroad

Nach wochenlangen Gerüchten über angeblich nicht existierende Geschäftsbeziehungen bei der am Neuen Markt notierten Comroad haben nach Angaben des Unternehmens nun die Wirtschaftsprüfer der KPMG ihre Betreuung des Telematikdienstleisters gekündigt.

rtr FRANKFURT/M. Die Deutsche Börse will die Aktien von Comroad solange vom Handel aussetzen, bis es Ergebnisse von einer Vorstandssitzung des Unternehmens mit der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG gibt. "Wir warten Ergebnisse der Sitzung ab, um allen Marktteilnehmern den gleichen Informationsstand zu geben", sagte ein Sprecher der Börse am Mittwoch mit Blick auf ein Treffen des Comroad-Vorstandes und Aufsichtsrates mit KPMG am Nachmittag.

Comroad-Sprecher Stefan Mehler sagte Reuters, es sei das Bestreben Comroads nach der Sitzung eine weitere Ad-Hoc-Mitteilung zu veröffentlichen. "Ich kann Ihnen aber nicht sagen, wann das sein wird." Die Mandatskündigung durch KPMG sei für Comroad "völlig überraschend gekommen".

Nach Comroad-Angaben hat die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG ihr Mandat beim Telematik-Spezialisten gekündigt. Comroad hatte daraufhin ein Treffen des Vorstandes und Aufsichtsrates mit Vertretern der KPMG noch für Mittwoch angekündigt. In den vergangenen Tagen hatte es am Neuen Markt immer wieder Spekulationen um Unregelmäßigkeiten in der Bilanz von Comroad gegeben, die den Kurs massiv unter Druck gesetzt hatten. Comroad hatte dies mehrfach dementiert und dabei auch auf Testate von KPMG verwiesen.

Im außerbörslichen Handel bei Lang & Schwarz wurde die Aktie am Nachmittag in einer Spanne (Spread) von 1,80 zu 2,60 Euro gehandelt. Ein Händler sagte, diese Indikation zeige, das der Kurs auch auf dem elektronischen Handelssystem Xetra der Börse nach der Wiederzulassung vermutlich weiter massiv nachgeben werde. "Unser Angebot richtet sich natürlich in erster Linie an Investoren, die jetzt umbedingt raus wollen aus den Titeln." Ein Kurs von rund 2,20 Euro sei durchaus wahrscheinlich. Das würde einem Kursrückgang von rund 45 Prozent entsprechen. Vor der Handelsaussetzung hatten Comroad-Anteile bei 3,00 Euro rund 26 Prozent im Minus gelegen.

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