Nach Sport-Karriere war er Strip-Tänzer
Hilfe für Skispringer Matti Nykänen

Mit der Initiative "Rettet Matti" versucht das Olympische Komitee Finnlands, dem alkoholkranken ehemaligen Weltklasse-Skispringer Matti Nykänen zu einem Neuanfang zu verhelfen. Ein mit 17 000 Euro dotierter Ehrenpreis soll dem 40-Jährigen eine Therapie und eine Berufsausbildung zu ermöglichen.

wit HELSINKI. Der arbeitslose Nykänen wohnt seit Anfang August in einem Pferdestall. Seine vierte Frau habe ihn aus dem gemeinsamen Haus geworfen, nun sei er völlig mittellos, sagte Nykänen. Mervi Tapola-Nykänen bestätigte die Angaben ihres Noch-Ehemannes. Nykänen sei "ein wundervoller Mensch, wenn er nüchtern ist", reagiere jedoch unter Alkoholeinfluss unberechenbar. Der Ex-Skispringer war im Februar mit einem Messer auf seine Frau losgegangen. Zuletzt hatte sie ihn beschuldigt, sich über ein von ihm verschüttetes Glas Cidre so aufgeregt zu haben, dass er sie erwürgen wollte.

Matti Nykänen galt schon während seiner aktiven Zeit als trinkfreudig. Trotzdem war er der beste Skispringer aller Zeiten. Seine Bilanz: Vier Olympiasiege, sechs WM-Titel, zwei Vierschanzentournee-Siege und Gold bei der Skiflug-WM.

Nach Beendigung seiner aktiven Laufbahn begann der Niedergang: Rasch war das gesamte Vermögen versoffen, Nykänen arbeitete als Barkeeper, was sich als keine gute Idee erwies. Auch als Vertreter für den "Matti Nykänen-Cidre" machte er keine überzeugende Figur. Danach posierte er nackt für eine Illustrierte und tourte als Stripper durch drittklassige Bars.

Dann sah es kurze Zeit so aus, als habe der ehemalige Star die Wende geschafft. Nykänen gab bekannt, durch eine neue Ehefrau zum Christentum bekehrt worden zu sein, er sei sogar als Laienprediger tätig. 2001 war er jedoch wieder auf dem Tiefpunkt angelangt, bei der WM in Lahti verkaufte er Autogramme für umgerechnet einen Euro.

Nun soll Nykänen, der das Skispringen immer als sein Leben bezeichnet hatte, einen richtigen Beruf erlernen. Sein ehemaliger Trainer Matti Pulli warnte bereits: "Man darf ihm das Geld auf keinen Fall in die Hand geben - besser wäre es, einen Fonds einzurichten."

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