Nach Tod von Horst Waesche
Markham steigt bei Aventis weiter auf

Der französisch-deutsche Pharmakonzern Aventis ist zwar weiterhin bemüht, das Gleichgewicht zwischen deutschen und französischen Managern im Vorstand zu wahren. So wird fünf Wochen nach dem überraschenden Tod von Horst Waesche, 62, jetzt Heinz-Werner Meier, der bisherige Deutschland-Chef von Aventis Pharma, neu in den künftig sieben Mitglieder zählenden Aventis-Vorstand berufen.

shf STRAßBURG. Der Mathematiker wird in der Konzernzentrale für das Ressort "Human Ressources" zuständig sein. Doch der 49-jährige Meier tritt nicht ganz in die Fußstapfen von Waesche. Er wird nicht die Funktion des stellvertretenden Vorstandschefs übernehmen, die für Waesche vorgesehen war. Statt dessen werden zwei andere Aventis-Manager befördert: Finanzchef Patrick Langlois, 56, und der Amerikaner Richard Markham, 51, Chef der Pharmasparte von Aventis. Sie steigen zu Stellvertretern von Konzernchef Igor Landau, 57, auf, der Mitte Mai die Nachfolge von Jürgen Dormann antritt. Landau werden so zwei Stellvertreter zur Seite stehen.

Damit wird vor allem die Position von Richard Markham im Straßburger Konzern weiter gestärkt. Der Amerikaner wird zusätzlich, wie bereits geplant, die Rolle des Chief Operating Officers (COO) übernehmen. Markham, der seit 1995 das Pharma-Geschäft von Hoechst und seit 1999 die Aventis Pharma AG leitet, gilt seit längerem als zweiter starker Mann bei Aventis neben Landau.

Viele Mitarbeiter im Unternehmen sehen ihn nun als aussichtsreichen Kandidaten für die Spitzenposition, wenn in gut zwei Jahren das nächste Revirement im Vorstand ansteht. Er würde dann das Wechselspiel an der Konzernspitze beenden, bei dem sich bislang deutsche und französische Kandidaten abwechseln. Das operative Geschäft des Konzerns indessen wird an vielen Stellen schon heute von amerikanischen Managern dominiert.

Vor diesem Hintergrund wurden Markham schon Anfang März, als der bisherige Aventis-Chef Jürgen Dormann seinen Rücktritt ankündigte, Ambitionen auf den Chefsessel nachgesagt. Die Wahl fiel dann aber auf Landau, der dem Aventis-Vorstand seit der Firmengründung Ende 1999 angehört.

Der bisherige Aventis-Chef Dormann und sein Stellvertreter Jean-René Fourtou sollen auf der Hauptversammlung am 14. Mai dieses Jahres in den Aufsichtsrat gewählt werden, und dort die Position des Vorsitzenden bzw. Stellvertreters übernehmen. Dormann hatte vor mehr als zwei Jahren die seinerzeit umstrittene Fusion von Hoechst und Rhône Poulenc vorangetrieben.

Quelle: Handelsblatt

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