Nach Treffen mit Cheney
Ministerpräsident Koch überraschend bei Bush

Einen Tag vor dem Gespräch von US-Außenminister Colin Powell und Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) am heutigen Freitag in Berlin ist der hessische Ministerpräsident Roland Koch (CDU) überraschend mit Präsident George W. Bush zusammengetroffen.

HB/dpa WASHINGTON. Die Begegnung fand am Donnerstag im Rahmen eines Washington-Besuches von Koch statt. Es war seit Beginn des Streits um Bushs Irak-Kurs das erste Treffen des US-Präsidenten mit einem deutschen Politiker im Weißen Haus.

Bush habe in dem 15-minütigen Gespräch sein Unverständnis über die deutsche Position im Irak-Konflikt deutlich gemacht, sagte Koch nach der Begegnung vor Journalisten. Er rief zugleich zu einer schnellen Wiederherstellung der guten Partnerschaft zwischen den USA und Deutschland auf. Er habe Bush als einen Mann erlebt, mit dem man eine Basis dafür schaffen könne, eine schwierige Situation zu besprechen, sagte der hessische Regierungschef. Er sei sich sicher, dass Bush und Schröder Differenzen im persönlichen Gespräch beilegen könnten.

Es sei einfach unangemessen, sich gar nicht zu treffen, sagte Koch. Auch auch wenn er denke, dass der erste Schritt von Schröder ausgehen müsse, so gehe es dabei nicht darum sich zu entschuldigen, sondern darum die Debatten der Vergangenheit zu beenden.

Die Begegnung mit Bush fand im Anschluss an ein vorab geplantes Treffen Kochs mit Vizepräsident Richard Cheney statt. Plötzlich sei der US-Präsident in den Raum gekommen und habe ein Gespräch begonnen, schilderte Koch die überraschende Begegnung.

Koch war am Montag in die USA geflogen und hatte zunächst in Hessens Partnerstaat Wisconsin für amerikanische Investitionen im heimischen Bundesland geworben. Am Mittwoch traf der Ministerpräsident dann mit dem stellvertretenden US-Außenminister Richard Armitage und dem Handelsbeauftragten Robert Zoellick zusammen. Bei seinen Washingtoner Gesprächen warb Koch unter anderem auch für einen Verbleib der US-Truppen in Deutschland. Deutschland müsse deutlich machen, dass es Stationierungsland bleiben wolle, sagte Koch.

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