Nach Übernahme durch BNP Paribas neue Einsparungen geplant
Beim Online-Broker Consors brechen die Erträge weg

Der Online-Broker Consors Discount AG, -Broker Nürnberg, leidet weiter massiv unter der Börsenflaute.

pot FRANKFURT/M. Im ersten Quartal wurden nur noch 1,4 Millionen Transaktionen getätigt - im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es noch 2,5 Millionen. Dank eines rigiden Sparkurses konnte der Verlust dennoch leicht auf 13,5 (15,6) Mill. Euro reduziert werden. Angesichts der schwierigen Marktlage kündigte das Unternehmen, das seit letzter Woche mehrheitlich zur französischen Großbank BNP Paribas gehört, allerdings weitere Einsparungen an. Inwieweit davon die Belegschaft von insgesamt 1 300 Mitarbeitern betroffen sein wird, enthüllte Vorstandschef Karl Matthäus Schmidt am Dienstag während einer Telefonkonferenz ebenso wenig wie weitere Einzelheiten zur künftigen Strategie des Unternehmen unter dem neuen Eigentümer.

BNP hatte Anfang vergangener Woche zwei Drittel des Consors-Kapitals von der angeschlagenen Schmidt Bank für 287 Mill. Euro erworben. BNP will den Broker nunmehr mit der eigenen Online-Tochter Cortal verschmelzen und unter dem Namen Cortal Consors führen. Außerdem wollen die Franzosen den freien Aktionären ein Angebot zum Erwerb ihrer Titel für rund 12,4 Euro unterbreiten. Deshalb reagierte die Aktie auch nicht auf die Quartalszahlen. Die im Nemax-50 geführte Titel notierten gestern praktisch unverändert bei 12,25 Euro.

Nach Ansicht Schmidts haben die vergangenen Monate demonstriert, dass das im letzten Jahr aufgelegte Sparprogramm "Fit for Future" greift, auch wenn die Lage des Unternehmens weiterhin "unbefriedigend" sei. So seien die Kosten im ersten Quartal 2002 gegenüber dem Vorjahr um 35 % auf 52,6 Mill. Euro gesunken. Positiv sei zudem, dass trotz der Unsicherheit über die Zukunft des Brokers im ersten Quartal 6 000 neue Kunden gewonnen wurden. Der Rivale DAB Bank verzeichnete im gleichen Zeitraum 11 600 Neuzugänge. Insgesamt verwaltet Consors nun 571 600 Depots.

Dem steht ein drastischer Rückgang der operativen Erträge um 39 % auf 34,3 Mill. Euro gegenüber. Die Analysten von MM Warburg sehen darin eine "alarmierende Ertragsschwäche" und warnen davor, dass das Sparpotential des Online-Brokers die Ertragsschwäche nicht dauerhaft überkompensieren könne. Auch das Depotvolumen schrumpfte um 12 % auf 7,2 Mrd. Euro.

Quelle: Handelsblatt

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