Nach Überraschungserfolg
Rehhagel in Griechenland gefeiert

Otto Rehhagel ist nach seinem Coup in Porto von der griechischen Presse gefeiert worden. Der Erfolg gegen Portugal hat für das Land eine historische Dimension.

HB BERLIN. Der sensationelle 2:1 (1:0)-Erfolg der griechischen Nationalelf zum Auftakt der Euro 2004 in der Gruppe A gegen Gastgeber Portugal hat die heimischen Fans begeistert. Schließlich war es der erste Sieg der Hellenen in einer Endrunde eines großen Turniers. «15 Götter in Porto! Rehhagel und eine Spieler demütigen Portugal und machen Europa verrückt. Diese Spieler haben uns vor Stolz zum Weinen gebracht» titelte «Filathlos» in Athen.

Athen glich nach der Partie einem Fahnenmeer, in der fußballverrückten Metropole wurde die Nacht zum Tag. Und Rehhagel war sicher: «Ich glaube, ich kann mit meinem Auto in Athen jetzt wieder die Busspur benutzen.» Ganz Griechenland liegt dem ehemaligen Meistercoach von Werder Bremen und des 1. FC Kaiserslautern zu Füßen. Die Treffer von Georgios Karagounis (7.) und der sicher verwandelte Foulelfmeter des überragenden Angelis Basinas (51.) hatten für die frühzeitige Entscheidung gesorgt. Der Treffer von Cristiano Ronaldo in der Nachspielzeit konnte daran nichts mehr ändern.

Rehhagel hat in Griechenland nun definitiv die Unterstützung der Fans. Seine taktische Finesse und sein Instinkt brachten dem griechischen Fußball auf den Erfolgsweg zurück. Angelos Charisteas vom deutschen Double-Gewinner Werder Bremen: «Das ist Rehhagels Sieg. Er allein formte aus Individualisten wieder ein Team. Der Trainer hat uns gesagt, dass das Zauberwort für uns die emotionale Intelligenz ist.»

Rehhagel genoss den Triumph sichtlich. Er hatte sogar Demis Nikolaidis von Atletico Madrid auf die Bank beordert. Der Exzentriker nahm klaglos hin, dass Charisteas in der Anfangsformation stand. Was früher für einen nationalen Aufruhr gesorgt hätte, wurde unter Rehhagel zu einer Selbstverständlichkeit: «Ich bin der Trainer, und meine Verantwortung ist, die beste Mannschaft auf das Spielfeld zu stellen.»

Nach dem Abpfiff des italienischen Schiedsrichters Pierluigi Collina rannte Rehhagel auf den Rasen, umarmte jeden seiner Spieler, lief zum Fanblock und applaudierte den mitgereisten 4000 Griechen, die ihre Mannschaft begeistert feierten. Rehhagel war einer der ersten in der Fankurve. «Ich glaube, die Griechen mögen mich jetzt wirklich», so der 65-Jährige.

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