Nach Umsatzwarnung
Dino-Aktie bricht um 30 Prozent ein

Das Stuttgarter Medienhaus Dino Entertainment AG muss seine Umsatz- und Ertragserwartungen für das Jahr 2000 deutlich nach unten korrigieren und wird am Jahresende rote Zahlen schreiben.

Reuters STUTTGART. Die Aktien der Stuttgarter Dino Entertainment AG sind am Mittwoch am Frankfurter Neuen Markt zeitweise um mehr als 30 % eingebrochen, nachdem das Unternehmen zuvor überraschend einen Verlust angekündigt hatte. Das Unternehmen hatte in Stuttgart mitgeteilt, anstatt der bisher angekündigten zwölf Mill. DM Gewinn werde im Jahr 2000 nun ein Vorsteuerergebnis von Minus neun Mill. DM erwartet. Bereits in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres fiel der im Halbjahr noch positive Gewinn vor Steuern auf Minus sieben Mill. DM. Auch den für 2000 geplanten Umsatzzuwachs schraubte Dino von bislang 38 % auf 18 % zurück.

Die Aktien der seit einem Jahr börsennotierten Gesellschaft lagen bis gegen 13.30 Uhr am Meuen Markt mit 29 % im Minus bei 18,40 Euro. Unternehmenssprecher Falk von Kriegsheim sagte zu dem Ergebniseinbruch, dieser sei im wesentlichen durch einen Einmaleffekt begründet. So habe sich das Lizenzverfahren mit dem Computerspielehersteller Nintendo zur Vermarktung der Comic-Figuren Pokemon zu lange verzögert. Dadurch hätten die entsprechenden Produkte erst vor vier Wochen eingeführt werden können. Der Höhepunkt des Pokemon-Fiebers sei aber im Sommer gewesen, die geplanten Umsätze seien somit nun nicht mehr erzielbar.

Hinzu käme, dass die für 2000 geplanten Erlöse mit Produkten der Charaktere Simpsons und Looney Tunes durch Verzögerungen bei der Herstellung überwiegend erst im kommenden Jahr erzielt würden. Die Probleme mit dem Erhalt der Lizenzen hätten dem Vorhaben von Dino, sich durch eigene Produkte zu einem Lizenzgeber zu entwickeln, weiteren Nachdruck verliehen. "Wir halten an dieser Strategie fest", unterstrich Kriegsheim. Die daher notwendigen und höher als erwarteten Investitionen in neuen Geschäftsbereiche hätten das Ergebnis zusätzlich belastet. Dino will unter anderem eigene Fernsehproduktionen entwickeln.

Der Umsatz des Produzenten von Magazinen, Comics, Büchern und Fanartikeln zu Fernsehproduktionen stieg in den ersten drei Quartalen um 16 % auf 50 Mill. DM. Statt der bisher prognostizierten knapp 82 Mill. DM sollen die Erlöse im Gesamtjahr nun nur noch auf 70 Mill. DM steigen. Für das Jahr 2001 sei aber weiterhin ein Umsatz von über 100 Mill. DM sowie ein positives Ergebnis geplant, sagte Kriegsheim. Er kündigte zudem an, das Dino bis Ende diesen Jahres in ein weiteres europäisches Land vordringen wolle. Die beiden Alternativen Zukauf oder Neugründung würden derzeit geprüft. Dino war 2000 bereits in den französischen Markt eingestiegen.

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