Nach US-Anschlägen: Hochhäuser geschlossen
Alarmstimmung in Frankfurt

Nach den Terroranschlägen in den USA herrscht Alarmstimmung in der deutschen Finanzmetropole Frankfurt. Die hessische Landesregierung hat für Mittwoch die Schließung der "symbolträchtigen Hochhäuser" Frankfurts empfohlen. Für amerikanische und israelische Einrichtungen in ganz Hessen wurde die höchste Sicherheitsstufe angeordnet.

dpa-afx FRANKFURT. Auch eine Schließung der Internationalen Automobilausstellung IAA wurde erwogen, deren für Donnerstag geplante Eröffnungsfeier mit Kanzler Gerhard Schröder (SPD) bereits abgesagt worden ist.

"Wir wollen einen Tag voll auf Sicherheit gehen", sagte Ministerpräsident Roland Koch (CDU) am Dienstagabend. Am Abend war die Deutsche Börse AG nach einem Bombenalarm vorübergehend geräumt worden, ohne dass ein Sprengkörper explodiert wäre. Am Flughafen waren am Nachmittag alle Flüge in die Vereinigten Staaten abgesagt worden. Einige Maschinen, die schon auf dem Weg waren, kehrten wegen der Sperrung der US-Flughäfen nach Deutschland zurück.

Von der Hochhaussperre betroffen sind unter anderem der Messeturm, das Commerzbankhochhaus, die Deutsche Bank und die Europäische Zentralbank. Vertreter der Banken und Hochhausmieter hätten zugesichert, der Empfehlung zu folgen, sagte ein Polizeisprecher. Schon am Dienstag hatten Bankmitarbeiter die Frankfurter Hochhäuser vorzeitig verlassen.

EZB verschärft Sicherheitsvorkehrungen

Im Frankfurter Hauptbahnhof versammelten sich Hunderte Menschen vor einer Leinwand, auf der die furchtbaren Bilder aus den USA übertragen wurden. Die Europäische Zentralbank (EZB) und die Citibank verschärften ihre Sicherheitsmaßnahmen. Vor der Staatskanzlei in Wiesbaden und zahlreichen anderen öffentlichen Gebäuden in Hessen wurden die Fahnen als Zeichen der Trauer auf halbmast gesetzt.

Der "Wiesbadener Kurier" und das "Wiesbadener Tagblatt" informierten am Abend die Leser mit einem Extrablatt über die Terroranschläge. Die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ) wollte in ihrer Mittwochausgabe erstmals in ihrer Geschichte zwei Fotos auf der Titelseite drucken.

Die Lufthansa richtete einen Krisenstab ein. Zum Zeitpunkt der Anschläge seien 22 Maschinen über dem Nordatlantik unterwegs gewesen, sagte der Vorstand des Ressorts Passage, Wolfgang Mayrhuber. Neun seien nach Kanada umgeleitet worden, vier hätten in Irland und Island landen können, neun sollten nach Deutschland zurückkehren. Insgesamt waren nach Angaben der Fluglinie 5 000 Passagiere von der Sperrung der US-Flughäfen betroffen. Die Lufthansa richtete eine Hotline für Fluggäste ein (Telefon: 0800/1009499). Ein Sprecher des Frankfurter Flughafens riet Passagieren, die in den kommenden Tagen Nordatlantikflüge gebucht haben, sich mit ihren Fluggesellschaften in Verbindung zu setzen.

Für Donnerstag geplantes Hessenfest abgesagt

Hessens Regierungschef Koch nannte die Terroranschläge "feige". "Trauer und Bitterkeit erfüllen mich angesichts eines solchen wahnsinnigen Terroraktes. Mein tief empfundenes Mitgefühl gilt allen Angehörigen der Opfer", sagte Koch. Vize-Regierungschefin Ruth Wagner (FDP) kondolierte dem US-Generalkonsul in Frankfurt, Edward O'Donnell. Auch Kardinal Karl Lehmann zeigte sich in Mainz entsetzt. Das Land Hessen sagte das für Donnerstag in der hessischen Landesvertretung in Berlin geplante Hessenfest ab. Die Beschicker des Volksfestes Dippemess in Frankfurt wollen am Mittwoch wollen die Messe am Mittwoch geschlossen lassen.

Die Veranstalter Dertour, Meier's Weltreisen und ADAC Reisen sagten bis zum 14. September alle Reisen in die USA und Kanada ab. Klaus Tönnes, Hochhausbrandspezialist der Frankfurter Feuerwehr, sagte, alle tragenden Wände und Decken in Hochhäusern erfüllten die höchsten Feuerwiderstandsklassen, die es gebe. Für Anschläge wie in den USA seien sie aber nicht ausgelegt.

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